Jevamot — Blatt 17a
1ist Adjabene; der Strom Gozen, das ist Ganzaka; den Städten von Madaj, das ist Hamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavend und seine Nachbarorte? — Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥidqi und Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt.
2Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Dein Sohn von einer Jisraélitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn.
3Es waren ja auch Töchter vorhanden, und Rabina sagte, der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden heiße dein Sohn!? — Es ist überliefert, daß die Töchter jenes Zeitalters steril waren.
4Manche lesen: Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Sie wichen nicht von da, als bis sie sie als richtige Nichtjuden erklärten, denn es heißt: dem Herrn waren sie treulos, denn unechte Kinder zeugten sie.
5R. Joseph saß hinter R. Kahana, während R. Kahana vor R. Jehuda saß und vortrug: Dereinst werden die Jisraéliten ein Fest veranstalten, wenn Tarmud zerstört werden wird. — Es ist ja bereits zerstört worden!? — Das war Tamud. R. Aši erklärte: Tarmud und Tamud sind identisch, nur wurde es wieder errichtet; war es an der einen Seite zerstört worden, so wurde die andere Seite besiedelt, und war es an der anderen Seite zerstört worden, so wurde jene Seite besiedelt.
6R. Hamnuna saß vor U͑la und erörterte eine Lehre; da rief dieser: Was für ein Mann; um wieviel bedeutender wäre er, wenn Harpanja nicht seine Heimatstadt wäre! Als jener dieserhalb verlegen wurde, fragte er ihn: Wo zahlst du Kopfsteuer? Jener erwiderte: In Pum Nahara. Da sprach er: Wenn dem so ist, so bist du ja aus Pum Nahara.
7Was heißt Harpanja? R. Zera erwiderte: Ein Berg, wohin alle sich wenden. In einer Barajtha wurde gelehrt: Wer seine Familie und seine Abstammung nicht kennt, wendet sich da hin. Raba sagte: Es ist tiefer als die Unterwelt. Es heißt: aus der Gewalt der Unterwelt kaufe ich sie los, vom Tode erlöse ich sie, gegen die Bemakelung jener aber gibt es kein Mittel.
8Die Bemakelten von Harpanja wegen der Bemakelten von Mešan, die Bemakelten von Mešan wegen der Bemakelten von Tarmud, und die Bemakelten von Tarmud wegen der Sklaven Šelomos.
9Das ist es, was die Leute sagen: der große Kab und der kleine Kab, beide rollen in die Unterwelt, aus der Unterwelt nach Tarmud, aus Tarmud nach Mešan und aus Mešan nach Harpanja.
10WIESO DIE FRAU SEINES NIGHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS? WENN VON ZWEI BRÜDERN EINER GESTORBEN IST, UND NACHDEM IHNEN NOCH EIN BRUDER GEBOREN WURDE DER ANDERE AN DER FRAU SEINES BRUDERS DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST DIE ERSTE FREI ALS FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE ZWEITE ALS IHRE NEBENBUHLERIN.
11WENN ER NUR DIE EHEFORMEL AN SIE GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER ZWEITEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.
12GEMARA. R. Naḥman sagte: Wer sie erste nennt, irrt nicht, und wer sie zweite nennt, irrt nicht.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.