Jevamot — Blatt 49b
1oder einer Ehebruchsverdächtigen beigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei.
2Einer Menstruierenden, da bei ihr die Antrauung gültig ist, denn es heißt: so sei ihr Fluß auf ihm, auch zur Zeit ihres Flusses ist bei ihr die Antrauung gültig.
3Einer Ehebruchsverdächtigten, denn auch bei ihr ist die Antrauung gültig.
4Desgleichen wird auch gelehrt: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden, einer Ehebruchsverdächtigten oder der Anwärterin der Schwagerehe beigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei. –
5Abajje aber ist es hinsichtlich der Anwärterin der Schwagerehe zweifelhaft, ob nach Rabh oder nach Šemuél [zu entscheiden sei].
6R. ŠIMO͑N B. A͑ZAJ SAGTE &C. Es wird gelehrt: Šimo͑n b. A͑zaj sagte: Ich fand in Jerušalem eine Geschlechtsrolle, und in dieser stand geschrieben: N. ist ein Hurenkind von einem Eheweibe. Ferner stand darin geschrieben : Die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob [f aßt nur] einen Kab, ist aber geläutert, Ferner stand darin geschrieben: Menaše tötete Ješa͑a.
7Raba sagte: Er ließ ihn verurteilen und tötete ihn. Er sprach nämlich zu ihm: Dein Lehrer Moše sagte: mich schaut kein Mensch und bleibt leben, und du sagtest: da sah ich den Herrn auf hohem und erhabenem Throne sitzen. Dein Lehrer Moše sagte: denn welches &c. wie der Herr unser Gott, so oft wir zu ihm rufen, und du sagtest: sucht den Herrn, wenn er zu finden ist. Dein Lehrer Moše sagte: die Zahl deiner Tage werde ich voll machen, und du sagtest: ich werde zu deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre hinzufügen.
8Ješa͑ja aber sagte sich: ich bin überzeugt, daß er meine Erwiderung nicht anerkennen wird, und wenn ich ihm etwas erwidere, mache ich ihn nur zum vorsätzlichen [Verbrecher]. Da sprach er den Gottesnamen und ward von einer Zeder verschlungen. Hierauf ließ jener die Zeder holen und zersägen, und als [die Säge] ihm an den Mund herankam, starber. Dies, weil er gesagt hat: und unter einem Volke unreiner Lippen weile ich. –
9Aber immerhin widersprechen ja die Schriftverse einander!? –
10Da sah ich den Herrn, wie gelehrt wird: Alle Propheten schauten durch einen nicht hell leuchtenden Spiegel, Moše aber schaute durch einen hell leuchtenden Spiegel.
11Sucht den Herrn, wenn er zu finden ist, denn dies gilt von einem Einzelnen, jenes aber von einer Gemeinschaft. – Wann ist er für den Einzelnen [zu finden]? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.
12Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen, hierüber streiten Tannaím, wie gelehrt wird: Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.