Joma — Blatt 34b

1Rabbi sagt, hinsichtlich des Abend[opfers] vom Morgenopfer. –

2Einleuchtend ist die Ansicht der Rabbanan, denn dies steht ja beim beständigen Abendopfer, was aber ist der Grund Rabbis!? Rabba b.U͑la erwiderte: Die Schrift sagt: zu dem einen Lamme, und das Lamm des beständigen Morgenopfers ist es, bei dem es eines heißt. –

3Und die Rabbanan!? – Eines heißt das vortrefflichste einzige der Herde. – Und Rabbi!? – Dies geht hervor aus: das beste eurer Gelübdeopfer. – Und die Rabbanan!? – Eines spricht von Pflichtopfem und eines von freiwilligen Opfern. Und beides ist nötig.

4WAR DER HOCHPRIESTER ALT ODER EMPFINDLICH &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man erhitzte Eisenblöcke am Vorabend des Versöhnungstages und legte sie in das kalte Wasser, um die Kälte zu mildern. – Man härtete sie ja!? R. Bebaj erwiderte: [Die Erhitzung] reichte nicht zum Härten. Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, sie reichte zum Härten, denn, was unbeabsichtigt erfolgt, ist erlaubt. –

5Kann Abajje dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt: Das Fleisch seiner Vorhaut, es ist zu beschneiden, auch wenn ein Aussatzfleck daran ist – so R. Jošija. Hierzu fragten wir, wozu denn der Schriftvers nötig sei, und Abajje erwiderte, nach R. Jehuda, der sagt, was unbeabsichtigt erfolgt, sei erlaubt!? –

6Dies gilt nur von [Verboten] der ganzen Tora, während das Härten [am Feiertage] nur rabbanitisch [verboten] ist.

7MAN BRACHTE IHN IN DIE PARVAKAMMER, DIE AUF HEILIGEM GEBIETE LAG, UND BREITETE ZWISCHEN IHM UND DEM VOLKE EIN LAKEN AUS BYSSUS AUS; HIERAUF WUSCH ER SICH HÄNDE UND FÜSSE UND ZOG SICH AUS. R. MEÍR SAGT, ER ZOG SICH AUS UND WUSCH SICH HÄNDE UND FÜSSE. SODANN STIEG ER HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, UND MAN BRACHTE IHM DIE WEISSEN GEWÄNDER; ER ZOG SIE AN UND WUSCH SICH HÄNDE UND FÜSSE.

8MORGENS LEGTE ER PELUSISCHES IM WERTE VON ZWÖLF MINEN AN, ABENDS INDISCHES IM WERTE VON ACHTHUNDERT ZUZ – SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN: MORGENS LEGTE ER SOLCHE IM WERTE VON ACHTZEHN MINEN AN, ABENDS IM WERTE VON ZWÖLF MINEN, ZUSAMMEN ALSO DREISSIG MINEN. DIESE WAREN AUS GEMEINDEMITTELN; WOLLTE ER MEHR, SO FÜGTE ER AUS EIGNEM HINZU.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.