Joma — Blatt 46a

1aber von der einen Seite oder der anderen Seite. Daher ist beides nötig.

2R. Elea͑zar sagte im Namen Bar Qapparas: R. Meír sagte, wenn Opferglieder eines Brandopfers zurückbleiben, so richte man für sie eine besondere Brandstätte her, selbst am Šabbath. –

3Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt, daß da täglich vier Brandstätten waren!? R. Abin erwiderte: Dies ist hinsichtlich der untauglichen nötig;

4nur wenn das Feuer sie bereits erfaßt hat, nicht aber, wenn das Feuer sie noch nicht erfaßt hat.

5Manche sagen: Einerlei ob taugliche oder untaugliche, nur wenn das Feuer sie erfaßt hat, sonst aber nicht.

6Selbst am Šabbath, dies haben wir ja gelernt: an diesem Tage fünf!?

7R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte: Dies ist nötig; man könnte glauben, nur wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath folgt, weil nämlich das Fett des Šabbathopfers am Versöhnungstage dargebracht wird, nicht aber wenn auf [einen Tag] in der Mitte der Woche, so lehrt er uns.

8Raba sprach: Wer ist es, der auf sein Mehl nicht achtet: wir haben ja gelernt, an jedem Tage!? – Dies ist ein Einwand.

9Er streitet also gegen R. Hona, welcher sagt, das beständige Opfer verdränge [den Šabbath] nur zu Beginn, nicht aber am Schlusse.

10Der Text, R. Hona sagte: Das beständige Opfer verdrängt nur zu Beginn, nicht aber am Schlusse. –

11Was verdrängt es nicht? – R. Ḥisda sagt, es verdränge den Šabbath und nicht die Unreinheit, und Rabba sagt, es verdränge die Unreinheit und nicht den Šabbath.

12Abajje sprach zu Raba: Gegen Dich ist ein Einwand zu erheben und gegen R. Ḥista ist ein Einwand zu erheben. Gegen dich ist einzuwenden: die Unreinheit wohl deshalb, weil es heißt: zur festgesetzten Zeit, auch in Unreinheit, ebenso auch hinsichtlich des Šabbaths: zur festgesetzten Zeit, auch am Šabbath.

13Gegen R. Ḥista ist ebenfalls einzuwenden: den Šabbath wohl deshalb, weil es heißt: zur festgesetzten Zeit, selbst am Šabbath, ebenso auch hinsichtlich der Unreinheit: zur festgesetzten Zeit, auch in Unreinheit!?

14Dieser erwiderte: Dies ist kein Einwand gegen mich, und dies ist kein Einwand gegen R. Ḥista. Gegen mich ist nichts einzuwenden, denn der Schluß gleicht dem Beginne:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.