Joma — Blatt 4a
1[seiner] Frau berücksichtigt.
2R. Joḥanan sprach zu Reš Laqiš: Erklärlich ist nach meiner Ansicht die Lehre, daß man sowohl diesen als auch jenen während aller sieben Tage mit dem [Entsündigungswasser] von allen Entsündigungsopfern, die dort vorhanden waren, besprenge, da auch bei der Einsetzung die Besprengung erforderlich war; war denn aber am Sinaj, wo du es von Sinaj folgerst, die Besprengung erforderlich!?
3Dieser erwiderte: Stimmt es denn nach deiner Ansicht, bei der Einsetzung war es ja Blut, hierbei aber Wasser!? — Das ist kein Einwand, denn R. Ḥija lehrte, das Wasser trete an Stelle des Blutes; war denn aber, nach deiner Ansicht beim Sinaj die Besprengung erforderlich!? Dieser erwiderte: Dies ist nur eine Verschärfung.
4Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Damit komme Ahron in das Heiligtum, mit dem, was in diesem Abschnitte berichtet wird, nämlich im Abschnitte von der Einsetzung. Was wird im Abschnitte von der Einsetzung berichtet? Daß Ahron sich sieben Tage zurückgezogen und einen Tag den Dienst verrichtet und Moše ihm während der sieben Tage [die Gesetze] überliefert hatte, um ihn in den Dienst einzuüben.
5Ebenso auch in der Zukunft: der Hochpriester ziehe sich sieben Tage zurück, richte einen Tag den Dienst her, und zwei Schriftgelehrte, von den Schülern Mošes, ausgenommen Saduzäer, überliefern ihm während der sieben Tage [die Gesetze], um ihn in den Dienst einzuüben.
6Hieraus folgerten sie, daß man sieben Tage vor dem Versöhnungstage den Hochpriester sich aus seinem Hause nach der Beamtenkammer zurückziehen lasse; und wie man den Hochpriester sich zurückziehen lasse, so lasse man den zur Verbrennung der [roten] Kuh bestimmten Priester sich aus seiner Wohnung nach der nordöstlichen Kammer vor der Bira zurückziehen. Sowohl diesen als auch jenen besprengte man während aller sieben Tage mit [dem Entsündigungswasser] von allen Entsündigungsopfern, die dort vorhanden waren.
7Wenn du aber einwendest bei der Einsetzung war es Blut, hierbei aber Wasser, so trat das Wasser anstelle des Blutes. Ferner heißt es: wie er an diesem Tage getan hat, so hat der Herr zu tan befohlen, um Euch Sühne zu schaffen; zu tun, das ist die Herrichtung der [roten] Kuh, Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages. —
8Das [Wort] damit ist ja an und für sich nötig: mit einem jungen Rinde zum Sühnopfer und einem Widder zum Brandopfer!? — Ich will Dir sagen, wenn nur wegen der Opfer, so sollte es ja ‘mit diesem’ oder ‘mit diesen’ heißen, wenn es aber damit heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. —
9Wozu ist das ‘ferner’ nötig? — Man könnte erwidern, nur der erste Versöhnungstag benötigte der Zurückziehung, wie dies bei der Einsetzung der Fall war, nicht aber die folgenden, oder nur der erste Hochpriester benötigte der Zurückziehung, nicht aber die folgenden, so komm und höre: wie er getan hat &c.
10Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš: Moše stieg in die Wolke, wurde von der Wolke eingehüllt und heiligte sich mit der Wolke, um für Jisraél die Tora in Heiligkeit in Empfang zu nehmen, denn es heißt: und die Herrlichkeit des Herrn ruhte auf dem Berge Sinaj, und dies geschah nach [der Verkündigung] der zehn Gebote, am Beginn der vierzig Tage — so R. Jose der Galiläer.
11R. A͑qiba erkläre: Die Herrlichkeit des Herrn ruhte, vom Neumonde an;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.