Joma — Blatt 55b
1hält nichts von der Aufschrift. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagte, da war nur ein Gestell. Zwei wohl deshalb nicht, weil er sie verwechseln könnte; aber man sollte doch zwei angefertigt und auf diese geschrieben haben, welches für den Farren und welches für den Bock! Vielmehr hält R. Jehuda nichts von der Aufschrift.
2Man wandte ein: Dreizehn Sammelbüchsen waren im Tempel, die mit Aufschriften versehen waren: Neue Šeqalim, alte Šeqalim, Vogelopfer, Brandopfertauben, Holz, Weihrauch, Gold zu Becken und sechs für freiwillige Spenden.
3Neue Šeqalim: die jährlichen Beiträge; alte Šeqalim: wer im vergangenen Jahre nicht entrichtet hatte, entrichtet im laufenden Jahre; Vogelopfer, das sind Turteltauben; Brandopfertauben, das sind junge Tauben. Alles Brandopfer – so R. Jehuda!?
4Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen erklärten sie, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Eigentümer vielleicht gestorben ist. Berücksichtigen wir dies denn, wir haben ja gelernt,: daß, wenn jemand sein Sündopfer aus dem Überseelande geschickt hat, man es darbringe, in der Annahme, daß er lebe!? –
5Vielmehr, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Eigentümer sicher gestorben ist. – Man kann ja vier Zuz aussondern und sie ins Wasser werfen, sodaß das übrige [Geld] erlaubt ist!? – R. Jehuda hält nichts von der fiktiven Feststellung. –
6Woher dies, vielleicht aus dem, was wir gelernt haben: Wenn jemand am Vorabend des Šabbaths bei einbrechender Dunkelheit bei Samaritanern Wein kauft, so spreche er: ‘zwei Log, die ich absondern werde, sollen
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.