Joma — Blatt 5a
1R. Joseph erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich des Stützens; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch das Stützen unerläßlich,
2und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war hierbei das Stützen nicht unerläßlich. Woher, daß dies in den [folgenden] Generationen nicht unerläßlich war? —
3Es wird gelehrt: Er soll stützen, und es wird ihn wohlgefällig machen; sühnt denn das Stützen, die Sühne erfolgt ja nur durch das Blut, wie es heißt: denn das Blut sühnt mit dem Leben!? [Die Worte:] er soll stützen, und es wird ihn wohlfällig machen, lehren vielmehr, daß, wenn er das Stützen nur als Überrest des Gebotes behandelt hat, es ihm die Schrift anrechnet, als hätte er keine Sühne erlangt und Sühne erlangt.
4R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich des Schwingens; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —
5Woher, daß es in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? — Es wird gelehrt: Zur Schwingung, zu sühnen; sühnt denn das Schwingen, die Sühne erfolgt ja nur durch das Blut, wie es heißt: denn das Blut sühnt mit dem Leben!? [Die Worte] zur Schwingung, zu sühnen, lehren vielmehr, daß, wenn er das Schwingen zum Überrest des Gebotes macht, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er keine Sühne erlangt und Sühne erlangt.
6R. Papa erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der sieben[tägigen] Zurückziehung; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —
7Woher, daß es in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? — Da er lehrt, man halte [einen Stellvertreter] in Bereitschaft, nicht aber, daß man diesen sich zurückziehen lasse.
8Rabina erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der sieben[tägigen] vollen Amtskleidung und der sieben[tägigen] Salbung; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —
9Woher, daß dies in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? Es wird gelehrt: Der Priester, den man salben und dem man die Hand füllen wird, daß er Priesterdienst tue an Stelle seines Vaters, soll sühnen; Was lehrt dies?
10Aus den Worten: sieben Tage soll sie der seiner Söhne anziehen, der an seiner Stelle Priester wird, könnte man entnehmen, nur wenn er sieben Tage volle Amtskleidung anhatte, und sieben Tage gesalbt wurde, woher dies von dem Falle, wenn er sieben Tage volle Amtskleidung anhatte und einen Tag gesalbt wurde, oder einen Tag volle Amtskleidung anhatte und sieben Tage gesalbt wurde? Es heißt: den man salben und dem man die Hand füllen wird, in jedem Falle. —
11Wir wissen dies also von der sieben[tägigen] vollen Amtskleidung, woher dies von der siebentägigen Salbung, daß es von vornherein [erforderlich ist]? —
12Wenn du willst, sage ich; weil ein Schriftvers nötig ist, dies auszuschließen. Wenn Du aber willst, sage ich: die Schrift sagt: die heiligen Kleider Ahrons sollen nachmals auf seine Söhne übergehen, damit man sie darin salbe und ihnen die Hand fülle; das Salben gleicht der vollen Amtskleidung; wie die volle Amtskleidung sieben [Tage], ebenso die Salbung sieben [Tage]. —
13Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, alles was dabei genannt wird, sei unerläßlich? R. Jiçḥaq b. Bisna erwiderte: die Schrift sagt: so sollst du mit Ahron und seinen Söhnen verfahren, so: es ist unerläßlich. —
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.