Ketubbot — Blatt 58b
1nach R. Šemuél b. Jehudaaber wird in der ursprünglichen die Aufhebung berücksichtigt und in der letzteren ebenfalls die Aufhebung, welcher Unterschied besteht demnach zwischenihnen!? –
2Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der fremdenUntersuchung; nach der einen gilt die fremde Untersuchung als Untersuchung, und nach der anderen gilt die fremde Untersuchung nicht als Untersuchung.
3WENN JEMAND DIE HÄNDEARBEIT SEINER FRAU DEM HEILIGTUMS WEIHT, SO DARF SIE ARBEITEN UND [DEN ERTRAG]VERZEHREN ; WENN DEN ÜBERSCHUSS, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, HEILIG, UND WIE R. JOḤANAN DER SCHUSTER SAGT, PROFAN.
4GEM ARA. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Eine Frau kann zu ihrem Manne sagen, sie wolle nicht unterhalten werden und nicht arbeiten. Er ist der Ansicht, die Bestimmung der Rabbananbezwecke hauptsächlich ihre Ernährung, und nur um Mißhelligkeit [vorzubeugen, gehört ihm] ihre Händearbeit; wenn sie aber sagt, sie wolle weder unterhalten sein noch arbeiten, so steht es ihr frei.
5Man wandte ein: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit!? – Lies: sie haben ihm ihre Händearbeit für ihre Ernährung [zugesprochen].
6Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand die Händearbeit seiner Frau dem Heiligtume weiht, so darf sie arbeiten und [den Ertrag] verzehren. Doch wohl, wenn sie [von ihm] ernährt wird. – Nein, wenn sie nicht [von ihm] ernährt wird. –
7Wozu braucht dies, wenn sie nicht [von ihm] ernährt wird, gelehrt zu werden!? Auch nach demjenigen, welcher sagt, der Herr könne zu seinem Sklaven sagen, arbeite bei mir und ich ernähre dich nicht, gilt dies nur von einem kenaa͑nitischen Sklaven, von dem es nicht mit dir heißt, nicht aber von einem hebräischen Sklaven, von dem es mit dir heißt, und um so weniger von seiner Frau. –
8Nötig ist der Schlußsatz : wenn den Überschuß, so ist er, wie R. Meír sagt, heilig, und wie R. Joḥanan der Schuster sagt, profan.
9Er streitet somit gegen Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Man erkläre nicht den Grund R. Meírs, er sei der Ansicht man könne dem Heiligtume weihen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, vielmehr ist folgendes der Grund R. Meírs: da er sie zur Arbeit zwingen kann, so ist es ebenso als würde er zu ihr gesagt haben: deine Händesollen ihrem Schöpfer geweiht sein. –
10Er hat dies ja nicht gesagt!? – Da wir von R. Meír wissen, daß er der Ansicht ist, niemand bringe Worte unnützhervor, so ist es ebenso, als würde er zu ihr gesagt haben: deine Hände sollen ihrem Schöpfer geweiht sein. –
11Ist R. Meír denn der Ansicht, man könne nicht dem Heiligtume weihen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, es wird ja gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwestergestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sieihm, wie R. Meír sagt, angetraut!? –
12Hieraus ist dies [zu entnehmen], aus jener [Lehre] nicht.
13WENN DEN ÜBERSCHUSS, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, HEILIG. Wann ist er heilig? – Rabh und Šemuél sagten beide, der Überschuß sei nach ihrem Todeheilig, und R. Ada b. Ahaba sagte, der Überschuß sei schon bei ihren Lebzeiten heilig.
14R. Papa wandte ein : In welchem Falle : wollte man sagen, wenn er ihr Ernährung und die Silbermaa͑für ihre Bedürfnisse gibt, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, er sei erst nach ihrem Tode heilig,
15und wenn er ihr Ernährung und die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse nicht gibt, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, er sei schon bei ihren Lebzeiten heilig!? –
16Wenn er ihr Ernährung gibt, jedoch nicht die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse. Rabh und Šemuél sind der Ansicht,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.