Ketubbot — Blatt 64b

1würde es den Anschein eines Šabbathlohnes, haben.

2R. Ḥija b. Joseph sprach zu Šemuél: Weshalb der Unterschied zwischen seinerWiderspenstigkeit und ihrerWiderspenstigkeit? Dieser erwiderte: Geh und lerne dies am Hurenmarkte; wer bezahltwen? Eine andere Erklärung: Bei ihm [zeigt sich] die Leidenschaft äußerlich, bei ihr ist die Leidenschaft nur innerlich.

3WENN JEMAND SEINE FRAU DURCH EINEN BEVOLLMÄCHTIGTEN VERPFLEGEN LÄSST, SO GEBE ER IHR NICHT WENIGER ALS ZWEI KAB WEIZEN ODER VIER KAB GERSTE [WÖCHENTLICH]. R. JOSE SAGTE: GERSTE SETZTE IHR NUR R. JIŠMA͑ÉL AUS, DER IN DER NÄHE VON EDOMWOHNTE. FERNER GEBE ER IHR EINEN HALBEN KAB HÜLSENFRÜCHTE, EIN HALBES LOG ÖL, EINEN KAB DÖRRFEIGEN ODER EINE MINE PRESSFEIGEN; HAT ER DIESE NICHT, SO GEBE ER IHR DEMENTSPRECHEND ANDEREFRÜCHTE.

4FERNER GEBE ER IHR EIN BETT, EINE MATRATZE UND EINE MATTE. FERNER GEBE ER IHR EINE HAUBEFÜR DEN KOPF, EINEN SCHURZFÜR DIE LENDEN, SCHUHE ZU JEDEM FESTEUND FÜR FÜNFZIG ZUZ KLEIDER JÄHRLICH. ER GEBE IHR NICHT NEUE IM SOMMER UND ABGETRAGENE IN DER REGENZEIT, VIELMEHR GEBE ER IHR IN DER REGENZEIT FÜR FÜNFZIG ZUZ KLEIDER, UND MIT DEN ABGETRAGENEN KLEIDE SIE SICH IM SOMMER; DIE VERBRAUCHTEN GEHÖREN IHR.

5FERNER GEBE ER IHR EINE SILBERMAA͑ FÜR IHRE BEDÜRFNISSE, AUCH ESSE SIE BEI IHM IN DER NACHT ZU JEDEM ŠABBATH. GIBT ER IHR NICHT DIE SILBERMAA͑ FÜR IHRE BEDÜRFNISSE, SO GEHÖRT IHRE HÄNDEARBEIT IHR.

6WIEVIEL MUSS SIE FÜR IHN ARBEITEN? DAS GEWICHT VON FÜNF SELA͑ KETTENFÄDEN IN JUDÄA, DAS SIND ZEHN SELA͑ IN GALILÄA, ODER DAS GEWICHT VON ZEHN SELA͑ EINSCHLAGFÄDEN IN JUDÄA, DAS SIND ZWANZIG SELA͑ IN GALILÄA. IST SIE SÄUGENDE, SO VERRINGERE MAN IHRE HÄNDEARBEIT UND VERMEHRE IHRE ERNÄHRUNG. DIES GILT VOM ÄRMSTEN IN JISRAÉL; EIN ANGESEHENER ABER, ALLES SEINEM STANDE ENTSPRECHEND.

7GEMARA. Unsere Mišna vertritt weder die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa noch die des R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: Welches Quantum muß erhaben? Speise für zwei Mahlzeiten für jeden. Speise für den Alltag und nicht für den Šabbath – so R. Meír; R. Jehuda sagt, für den Šabbath und nicht für den Alltag. Beide wollen damit erleichtern.

8R. Joḥanan b. Beroqa sagt, ein Pondionbrot bei einem Preise von einem Sela͑ für vier Sea [Mehl]. R. Šimo͑n sagt, zwei [Drit]teile eines ein Drittel Kab großenBrotes.

9Die Hälfte [gilt als Maß] beim aussätzigenHause, die Hälfte der Hälfte macht den Körper untauglich, und die Hälfte der Hälfte der Hälfte macht für die Verunreinigung durch Speisenempfänglich.

10Wessen nun, wenn die des R. Joḥanan b. Beroqa, so sind es ja acht, und wenn die des R. Šimo͑n, so sind es ja achtzehn!? –

11Tatsächlich die des R. Joḥanan b. Beroqa, und wie R. Ḥisda erklärt hat, ein Drittel davon sei [als Verdienst] des Krämers abzuziehen, entsprechend ist hierbei ein Drittel hinzuzufügen. – Aber immerhin sind es ja zwölf!? – In der Nacht zum Šabbath ißt sie bei ihm. –

12Allerdings nach demjenigen, welchersagt, das ‘essen’ sei wörtlich zu verstehen, wie aber ist es nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, ‘essen’ heiße beiwohnen!? Außerdem sind es ja nur dreizehn!? – Vielmehr, wie R. Ḥisda erklärthat, die Hälfte davon sei [als Verdienst] des Krämers abzuziehen, entsprechend ist hierbei die Hälfte hinzuzufügen. –

13R. Ḥisda befindet sich ja in einem Widerspruche!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von Orten, wo Holz mitgeliefert wird, und das andere von Orten, wo es nicht mitgeliefertwird. –

14Es sind demnach sechzehn, also nach R. Ḥidqa, welcher sagt, man müsse am Šabbath vier Mahlzeiten essen!? –

15Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn eine ist für Gäste und Fremde abzuziehen.

16Da du nun darauf gekommen bist, so kann hier auch die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten sein, denn nach den Rabbanan sind drei und nach R. Ḥidqa sind zwei für Gäste und Fremde abzuziehen.

17R. JOSE SAGTE: GERSTE SETZTE &C. Ißt man denn Gerste nur in Edom und sonst nirgends? – Er meint es wie folgt: Gerste doppelt soviel als Weizen setzte ihr nur R. Jišma͑él aus, der in der Nähe von Edom wohnte, weil die edomitische Gerste schlecht ist.

18FERNER GEBE ER IHR EINEN HALBEN KAB HÜLSENFRÜCHTE. Vom Weine spricht er nicht, somit ist dies eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.