Makkot — Blatt 24b
1wie sollten wir nicht weinen! Er entgegnete ihnen: Das ist es eben, weshalb ich lächle; wenn dies denen zuteil wird, die seinen Willen übertreten, um wieviel mehr denen, die seinen Willen tun.
2Abermals ereignete es sich einst, daß sie nach Jerušalem pilgerten, und als sie den Çophimberg erreichten, zerrissen sie ihre Gewänder. Hierauf kamen sie an den Tempelberg heran und sahen einen Fuchs aus dem Allerheiligsten herauskommen; da begannen sie zu weinen, während R. A͑qiba lächelte. Da sprachen sie zu ihm: Weshalb lächelst du? Er entgegnete ihnen: Weshalb weint ihr? Sie erwiderten ihm: In der Stätte, von der es heißt:ein Fremder, der herankommt, soll getötet werden, gehen nun Füchse umher; wie sollten wir nicht weinen!?
3Er entgegnete ihnen: Das ist es eben, weshalb ich lächle; es heißt:und ich sollte mir zuverlässige Zeugen nehmen, den Priester Urija und Zekharja, den Sohn Jeberekhjahus; wie kommt nun Urija zu Zekharja, Urija lebte zur Zeit des ersten Tempels, während Zekharja zur Zeit des zweiten Tempels lebte!? Vielmehr macht die Schrift die Weissagung Zekharjas von der Weissagung Urijas abhängig;
4Urijaweissagte:darum soll euretwegen Çijon zum Felde umgepflügt werden, und Zekharja weissagte:noch werden Greise und Greisinnen auf den Plätzen Jerušalems sitzen. Würde die Weissagung Urijas nicht in Erfüllung gegangen sein, so könnte ich fürchten, auch die Weissagung Zekharjas werde nicht in Erfüllung gehen, jetzt aber, wo die Weissagung Urijas in Erfüllung gegangen ist, ist es sicher, daß auch die Weissagung Zekharjas in Erfüllung gehen werde. Hierauf sprachen sie zu ihm, wie folgt: A͑qiba, du hast uns getröstet, A͑qiba, du hast uns getröstet.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.