Megilla — Blatt 4a

1Lud, Ono und Ge Harašim waren in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben. –

2Hat sie denn Jehošua͑ erbaut, Elpaa͑l erbaute sie ja, wie es heißt: die Söhne Elpaa͑ls waren: E͑ber, Mišea͑m und Šemer. Dieser erbaute Ono und Lud und dessen Tochterstädte!? – Nach deiner Ansicht müßte sie ja erst Asa erbaut haben, denn es heißt: Asa baute die befestigten Städte in Jehuda!?

3Vielmehr ist es mit R. Elea͑zar zu erklären: diese waren in den Tagen Jehošua͑s mit einer Mauer umgeben und wurden beim Ereignisse mit dem Kebsweibe von Gibea͑ zerstört, darauf kam Elpaa͑l und erbaute sie wieder, und als sie später wieder einstürzten, kam Asa und stellte sie her.

4Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: er sprach zu Jehuda: Laßt uns diese Städte erbauen, wahrscheinlich waren sie schon vorher Städte.

5Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Frauen sind zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, denn auch sie waren an diesem Wunder beteiligt. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so trage man über die Bedeutung des Tages vor. –

6Wieso gerade über das Purimfest, dies gilt ja auch von jedem anderen Feste!? Es wird nämlich gelehrt: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste!? –

7Vom Purimfest ist dies besonders zu lehren nötig; man könnte glauben, man berücksichtige die Befürchtung Rabbas, so lehrt er uns.

8Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt:mein Gott, ich rufe tagsüber, doch du antwortest nicht, und nachts, ohne daß ich Beruhigung fände.

9Sie verstanden anfangs, man lese abends die Esterrolle und studiere am folgenden Tage den diese behandelnden Mišnatraktat; da sprach R. Jirmeja zu ihnen: Mir wurde von R. Ḥija b. Abba erklärt: wie die Leute sprechen: ich lese diesen Abschnitt und wiederhole ihn.

10Ebenso wird gelehrt: R. Ḥelbo sagte im Namen des U͑la Biraá: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt: auf daß [meine Seele] lobsinge und nicht schweige. O Herr, mein Gott, immerdar will ich dich preisen.

11NUR DASS DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VORGREIFEN. R. Ḥanina sagte: Die Weisen haben es für die Dörfer erleichtert, daß sie nämlich zum vorangehenden Zusammenkunftstage vorgreifen dürfen, um ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen zu können. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.