Meïla — Blatt 12a
1ist dies vom äußeren Altar, denn bei diesem heißt es: er tue sie neben den Altar, woher dies aber vom inneren Altar?
2R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt:er entferne den Kropf samt dem Unrat, und da diesnicht auf den äußeren Altar zu beziehenist, so beziehe man es auf den inneren Altar. –
3Vielleicht ist beides auf den äußeren Altar zu beziehen, und dies gibt nur die Stellean!? –
4Demnach sollte die Schrift nur gesagt haben: neben den Altar, wenn es aber nochdie Asche heißt, so besagt dies, daß dies auch vom inneren Altar gilt. –
5Woher dies von der Leuchte? – Aus Asche, dieAsche.
6R. ŠIMO͑N SAGTE: BEI DEN TURTELTAUBEN, DIE DAS ALTER NOCH NICHT ERREICHT HABEN, GIBT ES EINE VERUNTREUUNG; VON DEN JUNGEN TAUBEN, DIE DAS ALTER ÜBERSCHRITTEN HABEN, DARF MAN NICHT NUTZMESSEN, JEDOCH GIBT ES BEI IHNEN KEINE VERUNTREUUNG.
7GEMARA. Erklärlich ist die Ansicht R. Šimo͑ns, dessen Grund gelehrt wird, denn R. Šimo͑n sagte, wenn es nach einer Zeit geeignet ist und man es innerhalb der Zeit geheiligt hat, so übertrete man das Verbot, jedoch sei es nicht mit der Ausrottung belegt,
8womit ist es aber nach den Rabbanan bei diesen anders als bei dem, dem das Alter noch fehlt!? –
9Ich will dir sagen, bei dem, dem das Alter noch fehlt, verhält es sich ebenso, wie bei einem Gebrechenbehafteten, das ausgelöst werden kann, beim Geflügel aber, das durch ein Gebrechen nicht untauglich wird, gibt es auch keine Auslösung.
10U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: Sind Opfertiere verendet, so unterliegen sie nach der Tora nicht mehr der Veruntreuung.
11Als U͑la saß und diese Lehre vortrug, sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und auf deinen Lehrer R. Joḥanan hören: wo sollte denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sein!?
12Jener erwiderte: Dieser Einwand ist ja auch gegen unsere Mišna zu richten: von den Turteltauben, die das Alter noch nicht erreicht haben, und von den jungen Tauben, die das Alter überschritten haben, darf man nicht nutznießen, jedoch gibt es bei ihnen keine Veruntreuung; wo sollte denn auch hierbei die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sein!?
13Dieser entgegnete: Ich pflichte dir bei, daß es rabbanitisch dabei eine Veruntreuung gebe, und habe einzuwenden: gibt es denn etwas, wobei es anfangskeine Veruntreuung gibt, später aber eine Veruntreuung gibt!? –
14Etwa nicht, dies ist ja beim Bluteder Fall: anfangs gibt es dabei keine Veruntreuung, später aber gibt es dabei eine» Veruntreuung!? Wir haben nämlich gelernt: Beim Blute gibt es anfangs keine Veruntreuung, kommt es in den Bach Qidron, so gibt es dabei eine Veruntreuung. –
15Ich will dir sagen, dabei gibt es auch anfangs eine Veruntreuung,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.