Meïla — Blatt 13a
1UND NICHT FÜR DEN TEMPELREPARATURFONDS, FÜR DEN TEMPELREPARATURFONDS UND NICHT FÜR DEN ALTAR, WEDER FÜR DEN ALTAR NOCH FÜR DEN TEMPELREPARATURFONDS, GIBT ES EINE VERUNTREUUNG. ZUM BEISPIEL:
2HAT JEMAND EINE ZISTERNE VOLL WASSER, EINEN MISTHAUFEN VOLL DÜNGER, EINEN TAUBENSCHLAG VOLL TAUBEN,
3EINEN BAUM VOLL FRÜCHTE, ODER EIN FELD VOLL GEWÄCHSE GEWEIHT,
4SO GIBT ES EINE VERUNTREUUNG BEI DIESEN UND BEI DEM, WAS DARINNEN;
5WENN MAN ABER EINE ZISTERNE GEWEIHT HAT, UND SIE NACHHER MIT WASSER GEFÜLLT WURDE, EINEN MISTHAUFEN, UND ER NACHHER MIT DÜNGER GEFÜLLT WURDE, EINEN TAUBENSCHLAG, UND ER NACHHER MIT TAUBEN GEFÜLLT WURDE, EINEN BAUM, UND ER NACHHER VOLL FRÜCHTE WURDE, ODER EIN FELD, UND ES NACHHER VOLL GEWÄCHSE WURDE, SO GIBT ES EINE VERUNTREUUNG BEI IHNEN SELBST, NICHT ABER BEI DEM, WAS IN IHNEN.
6R. JOSE SAGTE: WENN JEMAND EIN FELD ODER EINEN BAUM GEWEIHT HAT, SO GIBT ES EINE VERUNTREUUNG BEI DIESEN SELBST UND BEI IHREN ERZEUGNISSEN, WEIL SIE ERZEUGNISSE DES GEHEILIGTEN SIND.
7DAS JUNGE VOM [VIEH]ZEHNTENDARF NICHT VOM [VIEH]ZEHNTEN SAUGEN; MANCHE ABER SPENDEN SO. DAS JUNGE VON OPFERTIEREN DARF NICHT VON OPFERTIEREN SAUGEN; MANCHE ABER SPENDEN SO.
8DIE LOHNARBEITER DÜRFEN VON DEN DÖRRFEIGEN DES HEILIGTUMS NICHT ESSEN, EBENSO [NICHT] DIE [DRESCHENDE] KUH VON DEN WICKEN DES HEILIGTUMS.
9GEMARA. Er lehrt, das Junge vom [Vieh]zehnten dürfe nicht vom [Vieh]zehnten saugen. Woher dies?
10R. Aḥadboj b. Ami erwiderte: Dies ist durch [den Ausdruck] vorübergehen vom Erstgeborenenzu folgern: wie es beim Erstgeborenen eine Veruntreuung gibt, ebenso gibt es eine Veruntreuung bei der Milch des [Vieh]zehnten.
11Desgleichen ist es hinsichtlich der Milch von den Opfertieren durch [das Wort] Muttervom Erstgeborenen zu folgern.
12DIE LOHNARBEITER DÜRFEN &C. NICHT ESSEN. Aus welchem Grunde? R. Aḥadboj b. Ami erwiderte: Die Schrift sagt:du sollst einem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht schließen, beim Dreschen für dich, nicht aber beim Dreschen für das Heiligtum.
13Wer Hülsenfrüchte auf einem Felde des Heiligtums drischt, begeht eine Veruntreuung. – Dies gilt ja nur von Gepflücktem!? Rabina erwiderte: Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dabei der Staubzuträglich ist.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.