Meïla — Blatt 18b
1ihrer Väter und buhlten den Baa͑len nach.
2Man könnte glauben, auch wenn man [das Geheiligte] mindert und keinen Nutzenhat oder einen Nutzen hat und es nicht mindert,
3oder auch in dem Falle, wenn es am Boden haftet, oder auch wenn ein Vertreter seinen Auftragausgeführt hat,
4so heißt es:und sündigt. Bei der Hebeheißt es ‘sündigen’ und bei der Veruntreuung heißt es ‘sündigen’,
5wie bei der Hebe, bei der es ‘sündigen’ heißt, Minderung und Nutznießung vorliegen, der Mindernde auch der Nutznießer ist, die geminderte Sache nießbraucht wird, Minderung und Nutznießung gleichzeitig erfolgen, [die Sache] vom Boden getrennt ist, und wenn der Vertreter seinen Auftragausführt,
6ebenso bei der Veruntreuung, bei der es ‘sündigen’ heißt, wenn Minderung und Nutznießung vorliegen, der Mindernde auch der Nutznießer ist, die geminderte Sache nießbraucht wird, Minderung und Nutznießung gleichzeitig erfolgen, [die Sache] vom Boden getrennt ist, und wenn der Vertreter seinen Auftrag ausführt.
7Ich weiß diesvon dem Falle, wenn man eine Speise genießt, woher dies von einer Sache, bei der keine Minderung erfolgt, woher dies von dem Falle,
8wenn er und sein Nächsterdavon essen, er und sein Nächster es nießbrauchen, er es nießbraucht und sein Nächster davon ißt, oder er davon ißt und sein Nächster es nießbraucht, daß sie miteinander vereinigt werden, und sogar nach längerer Zeit?
9Es heißt: eine Veruntreuung begeht, auf jede Weise.
10Aber wie bei der Hebe, bei der es Sünde heißt, zwei Essennicht miteinander vereinigt werden, ebenso sollten bei der Veruntreuung, bei der es Sünde heißt, zwei Essen nicht vereinigt werden, woher dies nun von dem Falle, wenn jemand heute gegessen hat und morgen gegessen hat, und sogar nach längerer Zeit? Es heißt: eine Veruntreuung begeht, auf jede Weise.
11Aber bei der Hebe, bei der es Sünde heißt, erfolgen ja die Minderung und der Genuß gleichzeitig, woher dies von dem Falle, wenn er davon gegessen hat und sein Nächster davon gegessen hat, und sogar nach drei Jahren? Es heißt: eine Veruntreuung begeht, auf jede Weise.
12Aber bei der Hebe, bei der es Sünde heißt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.