Meïla — Blatt 19b

1WEREINE HALBE PERUṬA MISSBRAUCHT UND UM EINE HALBE PERUṬA [DEN WERT] GEMINDERT HAT, ODER EINE SACHEIM WERTE EINER PERUṬA NIESSBRAUCHTUND EINE ANDERE UM EINE PERUṬA GEMINDERT HAT, BEGEHT EINE VERUNTREUUNG NUR DANN, WENN ER VON DERSELBEN SACHE EINE PERUṬA NIESSBRAUCHT UND SIE UM EINE PERUṬA GEMINDERT HAT.

2BEIM GEHEILIGTEN GIBT ES KEINE VERUNTREUUNG NACH EINER VERUNTREUUNG, NUR BEI EINEM VIEH UND EINEM DIENSTGERÄTE. ZUM BEISPIEL: WENN EINER AUF EINEM VIEH GERITTEN IST, DANN EIN ANDERER DARAUF GERITTEN IST, UND WIEDER EIN ANDERER DARAUF GERITTEN IST, SO HABEN ALLE EINE VERUNTREUUNG BEGANGEN; WENN EINER AUS EINEM GOLDENEN BECHER GETRUNKEN HAT, DANN EIN ANDERER DARAUS GETRUNKEN HAT, UND WIEDER EIN ANDERER DARAUS GETRUNKEN HAT, SO HABEN ALLE EINE VERUNTREUUNG BEGANGEN; WENN EINER VON EINEM SÜNDOPFER [WOLLE] GERUPFT HAT, DANN EIN ANDERER GERUPFT HAT, UND WIEDER EIN ANDERER GERUPFT HAT, SO HABEN ALLE EINE VERUNTREUUNG BEGANGEN. RABBI SAGT, BEI ALLEM, WOBEI ES KEINE AUSLÆSUNG GIBT, GEBE ES EINE VERUNTREUUNG NACH EINER VERUNTREUUNG.

3GEMARA. Wer ist der Autor unserer Mišna? – Es ist R. Neḥemja, denn es wird gelehrt: Eine Veruntreuung nach einer Veruntreuung gibt es nur bei einem Vieh. R. Neḥemja sagt, bei einem Vieh und bei einem Dienstgeräte. –

4Was ist der Grund des ersten Autors? – Er ist der Ansicht, diessteht ja beim Vieh geschrieben, denn es heißt:am Widder des Schuldopfers. –

5Und R. Neḥemja!? – Er kann dir erwidern: es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dadurch anderes Heiligkeiterlangt, wie sollte es nicht selber [heilig] bleiben.

6RABBI SAGT, BEI ALLEM, WOBEI ES KEINE AUSLÖSUNG GIBT &C. Das sagt ja auch der erste Autor!? Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen beim Holze.

7Die Rabbanan lehrten nämlich: [Sagte jemand] ‘ich spende Holz’, so gebe er nicht weniger als zwei Scheite. Rabbi sagt, die Holz[spende] gelte als Opfer und benötige des Salzes und des Schwingens.

8Raba sagte: Nach der Ansicht Rabbis benötigt das Holz auch des Holzes. R.Papa sagte: Nach der Ansicht Rabbis benötigt das Holz des Abhebens des Haufens.

9R. Papa erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn fehlerfreie Opfertiere fehlerbehaftet geworden sind, und man [das Verbot] übertreten und sie geschlachtet hat.

10Es wird nämlich gelehrt: Wenn fehlerfreie Opfertiere fehlerbehaftet geworden sind und man [das Verbot] übertreten und sie geschlachtet hat, so sind sie, wie Rabbi sagt, zu begraben,

11und wie die Weisen sagen, auszulösen.

12HAT JEMAND EINEN STEIN ODER EINEN BALKEN DES HEILIGTUMS GENOMFOL. MEN SO HAT ER KEINE VERUNTREUUNG BEGANGEN;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.