Meïla — Blatt 4a

1Er lehrt ja aber: wenn die Verwerflichmachung bei anderemerfolgen kann, um wieviel mehr bei diesem selber!? –

2Dies ist ebenfalls zu verstehen, das Verbot, das zur Verwerflichkeit bringt.

3Rabina sprach zu R. Asi: Ilpha lehrte ja aber, der Streit besiehe nur bei zwei Dienstverrichtungen,

4wenn er beispielsweise gesagt hat, er wolle das eine Organaußerhalb der Frist und das andere Organ außerhalb des Ortes durchschneiden, bei einer Dienstverrichtung aber stimmen alle überein, daß dies eine Vermischung der Absichtensei!? –

5Hierbei ergibt es sich ebenfalls erst beim Sprengen, ob es bei einer Dienstverrichtung oder bei zwei Dienstverrichtungen erfolgt ist. –

6Demnach sollte esauch beim Dankopfer erst beim Blutsprengen erfolgen!? –

7Unter ‘heilig’ ist zu verstehen, um untauglich zu werden, daß es verbrannt werdenmuß.

8Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Am Verwerflichen kann man immer eine Veruntreuung begehen. Doch wohl, auch nachdem das Blut gesprengt worden ist; somit ist dies eine Stütze für ihn. –

9Nein, solange das Blut noch nicht gesprengt worden ist. – Wozu braucht dies, wenn das Blut noch nicht gesprengt worden ist, gelehrt zu werden!? –

10Vielmehr, tatsächlich, wenn es bereits gesprengt ist, nur spricht diese Lehre von einem Brandopfer. – Von einem Brandopfer ist es ja selbstverständlich, denn es ist ja vollständig Gottes!?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.