Menachot — Blatt 21a
1Man lasse das Holz fort und nenne das Gußopfer. Es wird nämlich gelehrt: Aber der Wein, das Blut, das Holz und das Räucherwerk benötigen nicht des Salzes. –
2Wer ist [der Autor dieser Lehre], wenn Rabbi,
3so besteht ja ein Einwand hinsichtlich des Holzes, und wenn die Rabbanan, so besteht ja ein Einwand hinsichtlich des Räucherwerkes!? – Es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wie das Speziellgenannteeine Sache ist, die für die Unreinheit empfänglich ist, verbrannt wird und auf den äußeren Altar kommt, ebenso auch alles andere, das für die Unreinheit empfänglich ist, verbrannt wird und auf den äußeren Altar kommt;
4ausgenommen ist das Holz, das nicht verunreinigungsfähig ist, ausgenommen sind der Wein und das Blut, die nicht verbrannt werden, und ausgenommen ist das Räucherwerk, das nicht auf den äußeren Altar kommt. –
5Demnach wissen wir es vom Blute, weil die Schrift es ausgeschlossen hat, sonst aber würde man gesagt haben, das Blut benötige des Salzes; wenn man es salzt, verliert es ja den Charakter des Blutes!? Zee͑ri sagte nämlich im Namen R. Ḥaninas, wenn man Blut gekocht hat, begehe man wegen dessenkein Verbot; und R. Jehuda sagte im Namen Zee͑ris, wenn man Blut gesalzen hat, begehe man wegen dessen kein Verbot;
6und in seinem eigenen Namen sagte R. Jehuda, wenn man die Opferglieder gebraten und dann dargebracht hat, gelten sie nicht mehr als duftend. –
7Man könnte glauben, es sei von Gebotes wegen etwasbeizufügen, so lehrt er uns.
8Der Text. Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥaninas: Hat man Blut gekocht, so übertritt man dabei kein Verbot. Raba saß und trug diese Lehre vor, da wandte Abajje gegen ihn ein: Wenn man Blut gerinnen läßtund es ißt, oder wenn man Talg schmilzt und ihn schlürft, so ist man schuldig!? –
9Dies ist kein Einwand; eines, wenn man es am Feuer gerinnen läßt, und eines, wenn man es an der Sonne gerinnen läßt; wenn am Feuer, so löst es sich nicht wieder auf, wenn aber an der Sonne, so löst es sich wiederauf. –
10Auch wenn an der Sonne, sollte man doch sagen, da esverdrängt worden ist, bleibe es verdrängt!? R. Mani fragte nämlich R. Joḥanan, wie es denn sei, wenn das Blut geronnen ist und man es ißt, und er erwiderte ihm, da es verdrängt worden ist, bleibe es verdrängt. Jener schwieg.
11Da sprach er zu ihm: Vielleicht gilt eines von außerhalb herzurichtenden Sündopfernund eines von innerhalb herzurichtenden Sündopfern.
12Jener erwiderte: Du hast mich einer Sache erinnert, die Rabba im Namen R. Ḥisdas gesagt hat, wenn das Blut von Sündopferngeronnen ist und man es ißt, sei man schuldig, denn der Allbarmherzige sagt:er nehme, er trage auf, und dieses ist zum Nehmen und zum Auftragen geeignet, wenn aber solches von innerhalb herzurichtenden Sündopfern, sei man frei, denn der Allbarmherzige sagt:er tauche ein und besprenge, und dieses ist zum Eintauchen und Besprengen ungeeignet.
13In seinem eigenen Namen aber sagte Rabba, selbst wenn man solches von innerhalb herzurichtenden Sündopfern gegessen hat, sei man schuldig, weil es bei den außerhalb herzurichtenden Sündopfern tauglich ist.
14R. Gidel sagte im Namen Zee͑ris: Das Blut gilt, ob flüssig oder trocken, als Trennung, Man wandte ein: Blut, Tinte, Honig und Milch gelten trocken als Trennung, flüssig aber nicht!? – Dies ist kein Einwand; eines, wenn es klebrigist, und eines, wenn es nicht klebrig ist.
15Sollst du salzen; worauf deutet dies? – Auf folgende Lehre: Mit Salz, man könnte glauben tebonehu, so heißt es: sollst du salzen; wenn salzen, so könnte man glauben, mit Salzwasser, so heißt es: mit Salz.
16Du sollst kein Salz fehlen lassen, bringe Salz, das niemals fehlt, das ist nämlich Feinsalz. Woher, daß man, wenn man kein Feinsalz findet, Grobsalzverwende? – Es heißt: sollst du bringen, welches es auch ist. Sollst du bringen, aus jedemOrte; sollst du bringen, selbst am Šabbath; sollst du bringen, selbst in Unreinheit. –
17Was heißt tebonehu? Rabba b. U͑la erwiderte: Er meint es wie folgt: man könnte glauben, man knete es, wie das Strohim Lehm. Abajje sprach zu ihm: Demnach müßte es ja jetabnena [mit Stroh kneten] heißen!? Vielmehr, erklärte Abajje, man könnte glauben, man verfahre hierbei wie bei einem Bauwerke. Raba sprach zu ihm: Demnach müßte es ja jibnenu [bauen] heißen!? Vielmehr, erklärte Raba, man könnte glauben, tebonehu. –
18Was heißt tebonehu? R. Aši erwiderte: Man könnte glauben, man füge nur einen zu spürenden Geschmackbei, so heißt es: sollst du salzen. Wie verfahre man hierbei? – Man hole das Opferglied und bestreue es mit Salz, wende es um und bestreue es mit Salz, sodann bringe man es dar.
19Abajje sagte: Ebenso auch für den Kochtopf.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.