Menachot — Blatt 21b
1Die Rabbanan lehrten: Beim Salze, das sich auf einem Opfergliede befindet, gibt es eine Veruntreuung; das sich auf der Altarrampe und auf dem Altarbefindet, gibt es keineVeruntreuung. Hierzu sagte R. Mathna: Hierauf deutet folgender Schriftvers:du sollst sie vor den Herrn bringen, und die Priester sollen Salz auf sie streuen und sie dem Herrn als Brandopfer darbringen.
2Dort haben wir gelernt: Hinsichtlichdes Salzesund des Holzes, daß die Priester davon genießen dürfen. Šemuél sagte: Nur für ihre Opfer, nicht aber zum Essen.
3Erglaubte, unter Opfer sei das Salzen ihrer Opfer, und unter Essen das Essen von Geheiligtemzu verstehen. Wenn sie davon sogar zum Salzen der Häute von den Opfernerhalten, wie sollten sie davon zum Essen von Geheiligtem nicht erhalten!?
4Es wird nämlich gelehrt: Es ergibt sich also, daß das Salz an drei Stellen verwandt wird: in der Salzkammer, auf der Altarrampe und auf der Höhe des Altars. In der Salzkammer, denn da salzte man die Häute der Opfer; auf der Altarrampe, denn da salzte man die Opferglieder; auf der Höhe des Altars, denn da salzte man den Haufen, den Weihrauch, das Räucherwerk, das Speisopfer der Priester, das Speisopfer des gesalbten Priesters, das Speisopfer der Gußopfer und das Vogel-Brandopfer. –
5Vielmehr, unter Opfer ist das Essen der Opfer zu verstehen, und unter Essen ist das Essen von Profanem zu verstehen. –
6Vom Profanen ist es ja selbstverständlich, wie kommt es dahinein!? – Obgleich der Meister erklärt hat:sollen essen, sie dürfen dazuProfanes und Hebe essen, damit sie auch satt werden, so gebe man ihnen hierzu dennoch kein Salz vom Heiligen.
7Rabina sprach zu R. Aši: Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, unter Opfer sei das Salzen derselben zu verstehen, so erhalten sie esnur deshalb, weil das Gericht es bestimmt hat, sonst aber nicht; wenn man es aber sogar Jisraéliten verabreicht, wie sollte man es Priestern nicht verabreichen!?
8Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, wer gesagt hat, er gelobe ein Speisopfer, müsse dazu auch das Salz vom Hause bringen, wie er den Weihrauch vom Hausebringt, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Salz bringe, und es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Weihrauch bringe; wie den Weihrauch vom Hause, ebenso auch das Salz vom Hause.
9Oder aber wie folgt: es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Salz bringe, und es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Holz bringe; wie das Holz von Gemeindemitteln, ebenso auch das Salz von Gemeindemitteln.
10Man beachte aber, womit es zu vergleichen ist; man folgere hinsichtlich einer Sache, die zu allen Opfern erforderlichist, von einer Sache, die zu allen Opfern erforderlichist, nicht aber folgere man vom Weihrauch, der nicht zu allen Opfern erforderlich ist.
11Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich einer Sache, die damit im selben Gefäßedargebracht wird, von einer Sache, die damit im selben Gefäße dargebracht wird, nicht aber folgere man vom Holze, das nicht damit im selben Gefäße dargebracht wird.
12Daher heißt es:ein ewiges Salzbündnis ist es, und dortheißt es: von den Kindern Jisraél, ein ewiges Bündnis; wie dort von Gemeindemitteln, ebenso auch hierbei von Gemeindemitteln.
13R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte, diessei wegen der Lehre des Ben Bokhri nötig,
14denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Ben Bokhri bekundete in Jabne, daß ein Priester, der den Šeqelentrichtet, kein Sünde begehe. R. Joḥanan b. Zakkaj sprach zu ihm: Nicht so, vielmehr begeht ein Priester, der den Šeqel nicht entrichtet, eine Sünde. Die Priester aber legen folgenden Schriftvers zu ihrem Vorteile aus:
15Jedes Speisopfer eines Priesters ist ein Ganzopfer, es darf nicht gegessen werden; wieso dürften die Schwingegarbe, die zwei Brote und die Schaubrote, wenn sie unserwären, [von uns] gegessen werden!?
16Nach Ben Bokhri sollten sie ja, wenn sie von vornherein zur Entrichtung nicht verpflichtet sind, dadurch eine Sünde begehen, da sie Profanesin den Tempelhof bringen!? Vielmehr, er bringe es und übergebe es der Gemeinde.
17Man könnte nun glauben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.