Menachot — Blatt 24a
1und in die Schalegetan hat, und ein am selben Tage Untergetauchtereine von diesenberührt hat? Gilt die Lehre, beim Geheiligten verbindeein Gefäß seinen Inhalt, nur von dem Falle, wenn sieeinander berühren, nicht aber, wenn sie einander nicht berühren, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?
2Da sprach er zu ihnen: Wir haben ja nicht gelernt, das Gefäß verbinde, sondern das Gefäß vereinige, in jedem Falle. – Wie ist es,
3wenn man zwischen diese eineshineingetan hat? – Was des Gefäßes benötigt, wird durch das Gefäß vereinigt, was des Gefäßes nicht benötigt, wird durch das Gefäß nicht vereinigt. –
4Wie ist es, wenn ein am selben Tage Untergetauchter zwischen sie seinen Finger gesteckt hat? Er erwiderte ihnen: Außer einem Tongefäße hast du nichts, was durch seinen Luftraumverunreinigt.
5Hierauf richtete er an sie eine Frage: Darf man den Haufen von der einen [Hälfte] für die andere abheben: ist die Vereinigung aus der Toraoder rabbanitisch!?
6Sie erwiderten ihm: Dies haben wir nicht gehört, aber ähnliches haben wir gehört. Wir haben gelernt: Sind zwei Speisopfer, von denen der Haufe nicht abgehoben worden ist, mit einander vermischt worden, so sind sie, wenn man ihn von dem einen besonders und vom anderen besonders abheben kann, tauglich, wenn aber nicht, untauglich.
7Wenn man ihn aber abhebenkann, so sind sie tauglich; wieso denn, das vermischte wird ja nichtberührt!?
8Raba entgegnete: Vielleicht, wenn sie in der Art eines Kammes geteiltsind!? –
9Wie bleibt es damit? Raba erwiderte: Komm und höre: Es wird gelehrt:Er hebe davon ab, vom daran Haftenden; man darf das I͑saron nicht in zwei Gefäßen bringen und den Haufen abheben. Demnach darf man ihn aus einem Gefäße gleich zwei Gefäßenwohl abheben.
10Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist unter ‘zwei Gefäße’ ein Kapizin einem Kabzu verstehen; obgleich sie obenvereinigt sind, sind sie dennoch unten durch die Wand des Kapiz getrennt.
11Unter ‘einem Gefäße gleich zwei Gefäßen’ ist ein solches wie ein Hühnernapfzu verstehen, wobei sie einander berühren, obgleich sie durch eine Wand getrenntsind. Hierbei aber, wo sie einander überhaupt nicht berühren, ist es fraglich.
12R. Jirmeja fragte: Wie verhält es sich bei einer Vereinigung durch das Gefäß und einer Verbindung durch Wasser:
13bezieht sich die Lehre, beim Heiligen vereinige ein Gefäß seinen Inhalt, nur auf das darin befindliche, nicht aber auf das außerhalb befindliche, oder aber, sie sind ja verbunden?
14Und wie verhält es sich, wenn du entscheidest, sie sind verbunden, bei einer Verbindung durch Wasser und einer Vereinigung durch das Gefäß; wenn nämlich ein am selben Tage Untergetauchter das außerhalb befindliche berührt hat:
15bezieht sich die Lehre, das Gefäß vereinige [seinen Inhalt], nur auf den Fall, wenn er innerhalb berührt worden ist, nicht aber, wenn außerhalb, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.
16Raba fragte: Wie ist es, wenn man das I͑saron geteilt und eine [Hälfte] unrein geworden ist, und nachdem man sie in die Schalegetan hat, ein am selben Tage Untergetauchter sie wiederum berührt hat: sagen wir, sie sei bereits mit Unreinheit gesättigtoder nicht?
17Abajje sprach zu ihm: Sagen wir denn, [eine Sache] sei mit Unreinheit gesättigt, wir haben ja gelernt: Hat man aus einem durch Auftreten unreinen
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.