Menachot — Blatt 24b
1Laken einen Vorhang gemacht, so ist es nicht mehr unrein durch Auftreten, jedoch durch die Berührung des durch Auftretenverunreinigenden.
2R. Jose sprach: Wo hat der durch Auftreten verunreinigende es denn berührt!? Vielmehr, hat ein Flußbehafteter esberührt, so ist es durch die Berührung des Flußbehaftetenunrein.
3Wenn aber der Flußbehaftete es berührt, selbst nachher, ist es unrein; weshalb denn, man sollte ja sagen, es sei mit Unreinheit gesättigt!?
4Dieser erwiderte: Woher, daß dies von dem Falle gilt, wenn der Flußbehaftete es nach dem Auftreten berührt hat, vielleicht vor dem Auftreten, sodaß die schwerere Unreinheit zu der leichteren Unreinheithinzugekommen ist,
5nicht aber gilt dies hierbei, wo beide leichte Unreinheiten sind!? –
6Vielmehr, aus dem Schlußsatz: R. Jose pflichtet bei, daß, wenn zwei zusammengerollte Laken aufeinander liegen und der Flußbehaftete sich auf diese setzt, das obere unrein durch Auftreten und das untere unrein durch Auftreten und durch Berührungist. Weshalb denn, man sollte ja sagen, es sei mit Unreinheit gesättigt!? –
7Da erfolgt diesmit einem Male, hierbei aber nacheinander.
8Raba sagte: Wenn man ein I͑saron geteilt hat und eine Hälfte abhanden gekommen ist, und nachdem man statt dieser eine andere abgesondert hat, die erste sich einfindet und nunmehr alle drei in der Schale liegen, so werden, wenn die abhanden gewesene unrein wird, die abhanden gewesene und die erstevereinigt,
9die abgesonderte aber wird nicht vereinigt; wird die abgesonderte unrein, so werden die abgesonderte und die erste vereinigt, die abhanden gewesene aber wird nicht vereinigt; wird die erste unrein, so werden beide vereinigt.
10Abajje aber sagte: Wird eine von ihnen unrein, so werden die beiden anderen vereinigt, denn sie sind alle Hausgenossen.
11Dasselbe gilt auch vom Abheben des Haufens; hat man ihn von der abhanden gewesenen abgehoben, so sind das Zurückbleibende derselben und die erste zu essen, die abgesonderte aber nicht; hat man ihn von der abgesonderten abgehoben, so sind das Zurückbleibende derselben und die erste zu essen,
12die abhanden gewesene aber nicht; hat man ihn von der ersten abgehoben, so sind die beiden anderen nichtzu essen.
13Abajje aber sagte: Hat man ihn von einer von ihnen abgehoben, so sind die beiden anderen nicht zu essen, denn sie sind alle Hausgenossen.
14R. Papa wandte ein: Wieso ist das Zurückbleibende derselben zu essen, ein Drittel des Haufens ist ja nicht dargebrachtworden!?
15R. Jiçḥaq, Sohn des R. Mešarše ja, wandte ein: Wieso wird der Haufe selbst dargebracht, darin ist ja ein Drittel Profanesenthalten!?
16R. Aši erwiderte: Das Abheben des Haufens hängt von der Absicht des Priesters ab, und der Priester hebt ihn für das I͑saronab.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.