Menachot — Blatt 38a
1dies beziehe sich auf das Verbot des Abweichens.
2Manche sagen, er habe es ihm dortgesagt, [und dieser ihm erwidert:] Du meinst wohl, daß ich es fortwerfen muß; aber die Ehre eines Menschen ist so bedeutend, daß sie ein Verbot der Tora verdrängt. – Rabh b. Šaba bezog es ja vor R. Kahana auf das Verbot des Abweichens!? – Dies ist auch hierbei der Fall; das Neutralgebietist nur rabbanitisch.
3DIE WEISSEN [FÄDEN] SIND NICHT VON DEN PURPURBLAUEN UND DIE PURPURBLAUEN NICHT VON DEN WEISSEN ABHÄNGIG. DIE KOPFTEPHILLA IST NICHT VON DER HANDTEPHILLA UND DIE HANDTEPHILLA IST NICHT VON DER KOPFTEPHILLA ABHÄNGIG.
4GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis vertritt, denn es wird gelehrt: Ihr sollt es sehen, dies lehrt, daß sie von einander abhängig sind – so Rabbi. Die Weisen sagen, sie seien von einander nicht abhängig. –
5Was ist der Grund Rabbis? – Es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, und es heißt purpurblauer Faden, und der Allbarmherzige sagt: ihr sollt es sehen, nur wenn beide zusammen vorhanden sind. –
6Und die Rabbanan!? – Ihr sollt es sehen, darunter ist jedes besonders zu verstehen.
7Es wäre also anzunehmen, daß sie nicht die Ansicht Rabbis vertritt. R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht Rabbis, denn dies bezieht sich auf die Erstheit.
8Es wird nämlich gelehrt: Es ist Gebot, die weißen [Fäden] vor den purpurblauen [einzuknüpfen]; hat man die purpurblauen vor den weißen [eingeknüpft], so hat man seiner Pflicht genügt, nur hat man das Gebot gemindert. –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.