Menachot — Blatt 37b

1Anders verhält es sich hierbei, wo der Allbarmherzige esvom Kopfe abhängig gemacht hat.

2Der Meister sagte: Deiner Hand, das ist der Armmuskel. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:An deiner Hand, die höchste Stelle der Hand. Du sagst, die höchste Stelle der Hand, vielleicht ist dem nicht so, sondern die wirkliche Hand? Die Tora sagt, daß man die Tephillin an die Hand und daß man die Tephillin an den Kopf lege; wie diese an die höchste Stelle des Kopfes, ebenso jene an die höchste Stelle der Hand.

3R. Elie͑zer sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:es soll dir zum Zeichen dienen, dir zum Zeichen, nicht aber anderenzum Zeichen. R. Jiçḥaq sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:ihr sollt diese meine Worte in euer Herz tun, und sollt sie binden, das Tun soll gegenüber dem Herzen erfolgen.

4R. Ḥija und R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, legten sie genau gegenüber dem Herzen an. Einst saß R. Aši vor Amemar, der eine Verletzung am Arme hatte, infolgedessen seine Tephillin zu sehenwaren. Da sprach jener zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht, daß die Tephillin nur ihm zum Zeichen, nicht aber anderen zum Zeichen dienen müssen!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die Stelle, wo sie nur ihm zum Zeichen dienen.

5Es wurde gelehrt: Woher, daß sie an die höchste Stelle des Kopfes [anzulegen ist]? – Die Rabbanan lehrten: Zwischen deinen Augen, das ist die höchste Stelle des Kopfes. Du sagst, die höchste Stelle des Kopfes, vielleicht ist dem nicht so, sondern wirklich zwischen den Augen? Hierbei heißt es: zwischen deinen Augen, und dortheißt es: ihr sollt nicht wegen eines Toten eine Glatze zwischen euren Augen machen, wie es dort die höchste Stelle des Kopfes ist, wo eine Glatze gemacht werden kann, ebenso auch hier die höchste Stelle des Kopfes, wo eine Glatze gemacht werden kann.

6R. Jehuda sagte: Dies sei nicht nötig; die Tora sagt, daß man Tephillin an die Hand anlege, und daß man Tephillin an den Kopf anlege; wie jene an eine Stelle, die bei einem Aussatzmale unreinist, ebenso auch diese an eine Stelle, die bei einem Aussatzmale unrein ist;

7ausgenommen ist die Stelle zwischen den Augen, wo Fleisch und Haare vorhanden, und somit sowohl weiße als auch goldgelbe Haare erforderlich sind.

8DIE VIER ÇIÇITH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG, DENN DIE VIER SIND ZUSAMMEN EIN GEBOT. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Joseph erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem Lakenmit Çiçith.

9Raba b. Ahina erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem fünf[eckigen]Gewande.

10Rabina erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Lehre R. Honas. R. Hona sagte nämlich, wer am Šabbath mit einem nicht nach Vorschrift mit Çiçith versehenen Gewandeausgeht, sei ein Sündopfer schuldig.

11R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Wer sein Gewand reduziere, hat damit nichts erreicht; er hat es nur zu einem fünfeckigen Gewände gemacht.

12R. Mešaršeja sagte: Wer sein Gewand zusammenknotet, hat damit nichts erreicht; es ist ebenso, als würde [der Knoten] aufgelöst sein, denn es wird gelehrt, verknotete Schläucheseien nicht verunreinigungsfähig, ausgenommen die arabischen.

13R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Wer sein Gewand zusammennäht, hat damit nichts erreicht; denn wenn er sienicht braucht, so mag er sie abschneiden und fortwerfen.

14R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIE VIER SIND VIER GEBOTE. R. Jehuda Sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jišma͑él. Die Halakha ist aber nicht wie er.

15Einst ging Rabina an einem Festšabbathhinter Mar b. R. Aši, und diesem riß ein Zipfel vom Gewandeab; jener sagte es ihm aber nicht. Als er nach Hause kam, sagte er ihm, daß er bereits an jenem Orte abgerissen war. Dieser erwiderte: Hättest du es mir da gesagt, so würde ich es fortgeworfen haben. –

16Der Meister sagte ja aber, die Ehre eines Menschen sei so bedeutend, daß sie ein Verbot der Toraverdränge!? –

17Rabh b. Šaba erklärte vor R. Kahana,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.