Menachot — Blatt 40a

1Die Rabbanan lehrten: Für ein Lakensind nach der Schule Šammajs keine Çiçith erforderlich und nach der Schule Hillels erforderlich. Die Halakha ist wie die Schule Hillels.

2R. Elie͑zer b. R. Çadoq sprach: Wer in Jerušalem Çiçitheinknüpfte, erregte nur Staunen.

3Rabbi sprach: Weshalb hat man es demnachverboten? – Weil man darinnicht bewandert ist.

4Raba b. R. Ḥanan sprach zu Raba: Mögen doch zehn Leute einknüpfen, auf den Markt gehen und dies bekannt machen!? – Man würde erst recht über sie staunen. –

5Man kann es ja im Vortrage lehren!? – Es ist zu berücksichtigen, man könnte eine Purpurimitationverwenden. –

6Diese sollte ja nicht weniger sein als weiß!? – Da es mit derselben Art möglich ist, so ist dies nicht erlaubt.

7Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, ist es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot. –

8Man kann es ja untersuchen!? – Dies ist eine Maßregel wegen der Probe. –

9Man kann ja eine Mitteilungschreiben!? – Sollte man sich etwa auf die Mitteilung verlassen!? Raba sprach:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.