Menachot — Blatt 40b

1Wenn man sich sogar beim Gesäuerten am Pesaḥfeste und beim Versöhnungstage, wobei es sich um die Ausrottung handelt, auf eine Mitteilungverläßt, um wieviel mehr hierbei, bei einem gewöhnlichen Gebote!?

2Vielmehr, erklärte Raba, folgendes sagte ich, und übereinstimmend wurde im Westen im Namen R. Zeras gelehrt: man könnte das Laken, wenn es innerhalb drei [Fingerbreiten]einreißt, zusammennähen,

3und die Tora sagt: machen, nicht aber von Fertigem.

4R. Zera entfernte sie nämlich aus seinem Laken. R. Zera erklärte: Dies ist eine Maßregel mit Rücksicht auf ein Nachtgewand.

5Ferner sagte Raba: Folgendes sagte ich, und übereinstimmend wurde im Westen im Namen R. Zeras gelehrt: Ist [das Gewand] aus Stoff und die Zipfel aus Leder, so ist es pflichtig, ist es aus Leder und die Zipfel aus Stoff, so ist es frei. – Aus welchem Grunde? – Es kommt auf das Gewand an.

6R. Aḥaj richtete sich nach den Zipfeln.

7Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Hat man sie in ein dreieckiges [Gewand]eingeknüpft und es auf vier ergänzt, so sind sie untauglich, denn [es heißt:] machen, nicht aber von Fertigem.

8Man wandte ein: Die früheren Frommen knüpften, sobald sie drei [Fingerbreiten]gewebt hatten, die Çiçith ein!? – Lies: knüpften, sobald sie bis auf drei [Fingerbreiten] fertig waren, die Çiçith ein. –

9Sagen wir denn: machen, nicht aber von Fertigem, dem ist ja nicht so, R. Zera sagte ja, wenn jemand in ein eingeknüpftes eingeknüpfthat, sei es tauglich!?

10Raba erwiderte: Er übertrittdas Verbot des Hinzufügens, somit ist seine Tätigkeit ungültig.

11R. Papa wandte ein: Woher, daß er hinzufügen wollte, vielleicht wollte er [das Gebot] aufheben; es liegt kein Verbot des Hinzufügens vor, somit ist die Tätigkeit gültig!?

12R. Zera sagte im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls: Bei den Çiçith hat das Verbot des Mischgewebes keine Geltung, selbst bei einem nichtpflichtigen Gewande. –

13Welches heißt ein nichtpflichtiges Gewand: wollte man sagen, das die erforderliche Größe nicht hat, so wird ja gelehrt, ein Gewand, mit dem ein Kind den Kopf

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.