Menachot — Blatt 45b

1mehrere Widder und keine Ephothvorhanden, so bringe man einen Widder mit seiner Epha, nicht aber alle ohne Ephoth.

2DAS BROTIST VOM FARREN, DEN WIDDERN, DEN LÄMMERN UND DEM ZIEGENBOCKENICHT ABHÄNGIG,

3UND DIESE SIND NICHT VOM BROTE ABHÄNGIG. DIE LÄMMERSIND VOM BROTE ABHÄNGIG, NICHT ABER DAS BROT VON DEN LÄMMERN – SO R. A͑QIBA.

4R. ŠIMO͑N B. NANNOS SPRACH: NICHT SO, VIELMEHR IST DAS BROT VON DEN LÄMMERN ABHÄNGIG, NICHT ABER DIE LÄMMER VOM BROTE. WIR FINDEN, DASS DIE JISRAÉLITEN, ALS SIE VIERZIG JAHRE IN DER WÜSTE WAREN, LÄMRIER OHNE BROTEDARBRACHTEN; EBENSO SIND AUCH IN DIESEM FALLEDIE LÄMMER OHNE BROTE DARZUBRINGEN.

5R. ŠIMO͑N SAGTE: DIE HALAKHA IST WIE BEN NANNOS, ABER NICHT WEGEN SEINER BEGRÜNDUNG,

6DENN ALLES, WAS IM BUCHE NUMERI STEHT, WURDE IN DER WÜSTE DARGEBRACHT, UND WAS IM BUCHE LEVITICUS STEHT, WURDE IN DER WÜSTE NICHTDARGEBRACHT, UND ERST ALS SIE INS LAND KAMEN, WURDEN DIESE UND JENE DARGEBRACHT.

7DIE LÄMMER SIND AUS DEM GRUNDE OHNE DAS BROT DARZUBRINGEN, WEIL DIE LÄMMER SICH SELBST ERLAUBT MACHEN, NICHT ABER DAS BROT OHNE DIE LÄMMER, WEIL NICHTS DA IST, WAS SIE ERLAUBT MACHEN KÖNNTE.

8GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Mitdem Brote sollt ihr darbringen, die Pflicht ruht auf dem Brote; sieben fehlerfreie Lämmer, auch wenn das Brot nicht vorhanden ist;

9wieso heißt es demnach mit dem Brote? Dies lehrt, daß sie zu den Lämmern nicht verpflichtet waren, bevor sie zum Brote verpflichtetwaren – so R. Tryphon.

10R. A͑qiba sagte: Man könnte glauben, die hier genannten Lämmer seien identisch mit den im Buche Numeri genanntenLämmern, so will ich dir sagen, wenn du zu den Widdern und den Farren herankommst, so sind es nichtdieselben, vielmehr sind die einen solche, die um ihrer selbstwegen, und die anderen solche, die wegen des Brotes gebracht werden.

11Es ergibt sich also, daß die im Buche Numeri genannten in der Wüste dargebracht wurden, und die im Buche Leviticus genannten in der Wüste nicht dargebracht wurden. –

12Vielleicht sind nur die Farren und die Widder nicht dieselben, die Lämmer aber dieselben!? – Wenn jene andere sind, so sind auch diese andere. –

13Woher, daß die Farren und die Widder andere sind, vielleicht sagt der Allbarmherzige folgendes: wenn man will, bringe man einen Farren und zwei Widder dar, und wenn man will, zwei Farren und einenWidder!? – Da auch die Reihenfolgeeine andere ist, so sind es andere.

14DIE LÄMMER SIND VOM BROTE ABHÄNGIG. Was ist der Grund R. A͑qibas? –

15Er folgert dies [durch eine Vergleichung] von seinmit sollenes sein; wie essich da auf das Brot bezieht,

16ebenso auch hier auf das Brot. –

17Und Ben Nannos? – Er folgert dies [durch eine Vergleichung] von sein mitsein, wie es sich da auf die Lämmer bezieht, ebenso auch hier auf die Lämmer. –

18Sollte auch Ben Nannos [durch die Vergleichung] mit sollen es sein folgern, wie es sich da auf das Brot bezieht, ebenso auch hier auf das Brot!? – Man folgere [durch Vergleichung] von sein mit sein, nicht aber von sein mit sollen es sein. –

19Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, in der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie ja:Wenn der Priester wiederkommt,der Priester soll hineingehen, ‘kommen’ und ‘gehen’ sind dasselbe!?–

20Dies nur, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, ist aber ein gleiches vorhanden, folgere man vom gleichen. –

21Sollte auch R. A͑qiba [durch Vergleichung] von sein mit sein folgern!? – Man folgere hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an den Priester ist, von einer Sache, die ein Geschenk an den Priesterist, während jeneBrandopfer sind.

22Wenn du aber willst, sage ich, sie streiten über den Schriftvers selbst. Heilig sind sie dem Herrn für den Priester; R. A͑qiba erklärt: das, was vollständig dem Priestergehört, ist das Brot. –

23Und Ben Nannos!? – Es heißt ja nicht: heilig sind sie dem Priester, sondern: heilig sind sie dem Herrn für den Priester, und die Lämmer sind es, die zum Teil dem Herrn und zum Teil dem Priester gehören. –

24Und R. A͑qiba!? – Es heißt ja nicht: heilig sind sie dem Herrn und dem Priester, sondern: dem Herrn für den Priester. Dies nach R. Hona, denn R. Hon a sagte: Gott hat es geeignet und dem Priester gegeben.

25R. Joḥanan sagte: Alle stimmen überein,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.