Menachot — Blatt 58a
1Wofür verwendet R. Joḥanan [das Wort] sie? –
2Dieses verwendet er für folgende Lehre: Man könnte glauben, ein einzelner dürfe esals freiwillig spenden und bringen, und hiervon heißt es:den Ausspruch deiner Lippen sollst du halten,
3so heißt es: als Erstlingsopfer mögt ihr sie darbringen, ich sagte es nur von einer Gemeinde, nicht aber von einem einzelnen.
4Man könnte glauben, nur ein einzelner dürfe nicht bringen, weil er solches nicht als Pflichtopfer bringt, wohl aber dürfe die Gemeinde esbringen, die solches als Pflichtopfer bringt, so heißt es sie. – Was ist davondarzubringen? – Die zwei Brote vom Sauerteig und die Erstlinge vom Honig. –
5Dürfen denn die zwei Brote nicht als freiwillige Spende dargebracht werden, es wird ja gelehrt: Wenn es allen Sauerteigheißt, wozu heißt es allen Honig, und wenn es allen Honig heißt, wozu heißt es allen Sauerteig?
6Weil manches beim Sauerteig ist, was nicht beim Honig, und manches beim Honig ist, was nicht beim Sauerteig. Der Sauerteig ist aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden,
7der Honig ist nicht aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden; der Honig ist beim Zurückbleibenden der Speisopfererlaubt, der Sauerteig ist beim Zurückbleibenden der Speisopfer nichterlaubt. Da nun manches beim Sauerteig ist, was nicht beim Honig, und manches beim Honig ist, was nicht beim Sauerteig, so muß es sowohl allen Sauerteig als auch allen Honig heißen.
8Der Fall, wobei der Sauerteig aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden ist, kommt wohl bei den zwei Broten vor, demnachdürfen sie freiwillig dargebracht werden!? R. A͑mram erwiderte: Nein, das, was damit dargebracht wird. –
9Demnachist dies ja auch bei den Erstlingender Fall, denn wir haben gelernt, daß die Tauben auf den Körbenals Brandopfer verwandt wurden, und was sie sonst in der Hand hatten, den Priestern geschenkt wurde!? – Diese waren nur zur Ausschmückung der Erstlinge da.
10Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn man etwas vom Fleische des Geflügel-Sündopfers auf den Altar bringt?
11Spricht der Allbarmherzigenur von dem, wovon etwas auf das Altarfeuer kommt, und von diesem kommt nichts auf das Altarfeuer, oder von allem, was Opfer heißt, und auch dieses heißt Opfer. Dieser erwiderte: Von allem, was Opfer heißt, und auch dieses heißt Opfer.
12[Hierüber streiten] folgende Tannaím: R. Elie͑zer sagt, von dem, wovon etwas auf das Altarfeuer kommt; R. A͑qiba sagt, von allem, was Opfer heißt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen.
13R. Ḥisda erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Fleisches vom Geflügel-Sündopfer.
14Rabh erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Logs Öl des Aussätzigen. Levi lehrte nämlich:all ihre Opfer, dies schließt das Log Öl des Aussätzigen ein.
15Die Rabbanan lehrten: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies vom ganzen, woher dies von einem Teile? Es heißt allen. Woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen. –
16Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies nur von einem olivengroßen Quantum, woher dies von einer halben Olive? Es heißt allen; woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen.
17Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies nur vom ganzen Haufen, woher dies von einem halben Haufen? Es heißt allen; woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen. –
18Worin besteht ihr Streit? – Abajje ist der Ansicht, es gebe einen Haufen von weniger als zwei Oliven
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.