Menachot — Blatt 57b

1und Fruchtsaft säuert ja nicht!? Reš Laqiš erwiderte: R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, man rühre das Speisopfer des Gußopfers mit Wasser ein, und es ist tauglich. –

2Das Schaubrot kommt ja aus einem Trockenmaße, und wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, die Trockenmaße wurdennicht geheiligt!?

3Rabin ließ im Namen R. Joḥanans sagen: So lautet diese Mišna, jedoch ist es umzuwenden: das ihr darbringt, dies schließt das Schaubrot hinsichtlich der Säuerung ein – so R. Jose der Galiläer; R. A͑qiba sagt, dies schließe das Speisopfer des Gußopfers hinsichtlich der Säuerung ein.

4R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: R. Jose der Galiläer und einer von den Schülern R. Jišma͑éls, das ist R. Jošija, lehrten das gleiche. Es wird nämlich gelehrt:Er salbte und heiligte sie. R. Jošija sagte:

5Flüssigkeitsmaße wurden sowohl von innen als auch von außen gesalbt, Trockenmaße wurden nur von innenund nicht von außen gesalbt.

6R. Jonathan sagte: Flüssigkeitsmaße wurden von innen und nicht von außen gesalbt, Trockenmaße wurden überhaupt nicht gesalbt. Dies ist auch zu beweisen, denn sie heiligten nicht. Es heißt:aus euren Wohnorten sollt ihr zwei Brote zur Schwingung bringen, aus zwei I͑saron Feinmehl sollen sie bestehen, gesäuert sollen sie gebacken werden, Erstlinge für den Herrn; erst nach dem Backen sind sie für den Herrn. –

7Worin besteht ihr Streit? – In [der Auslegung des Wortes] sie. R. Jošija erklärt: sie, dies schließe die Außenseite der Trockenmaße aus, und R. Jonathan erklärt, Trockenmaße seien profan und brauchen nicht ausgeschlossen zu werden, vielmehr schließt der Schriftvers die Außenseite der Flüssigkeitsmaße aus. –

8Demnach wäre anzunehmen, daß auch R. A͑qiba und einer der Schüler R. Jišma͑éls, das ist R. Jonathan, das gleiche lehren? – Hinsichtlich der Flüssigkeitsmaße stimmen sie nichtüberein.

9R. Papa sprach zu Abajje: Es gibt ja noch die Schüssel, die ein Flüssigkeitsmaßist!? Dieser erwiderte: Wenn man sie auf einer Decke knetet. –

10Wieso sagte R. Joḥanan demnach, dies sei zu beweisen, denn sie heiligen nicht, jener sollte ihm ja erwidert haben: wenn man esmit einem profanen I͑saron mißt!? –

11Es ist ja nicht gleich; eine Schüssel zum Kneten hat der Allbarmherzige nicht vorgeschrieben, somit ist nichts dabei, wenn man es auf einer Decke knetet, wieso aber darf man, wo der Allbarmherzige gesagt hat, daß man ein I͑saron mache und damit messe, das I͑saron des Heiligtums lassen und mit einem profanen messen!?

12Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man ein Verbot übertritt, wenn man vom Fleische des Sündopfers, vom Fleische des Schuldopfers, vom Fleische hochheiliger Opfer, vom Fleische min der heiliger Opfer, vom Zurückbleibenden der Webegarbe, vom Zurückbleibenden der zwei Brote, vom Schaubrote und vom Zurückbleibenden der Speisopfer auf [den Altar] bringt?

13Es heißt:denn allen Sauerteig und allen Honig, nicht dürft ihr davon dem Herrn ein Feueropfer räuchern; alles, wovon auf das Altarfeuer gekommenist, darf nicht geräuchert werden. –

14Kommt denn von den zwei Broten und vom Schaubrote etwas auf das Altarfeuer, es wird ja gelehrt: ausgenommen sinddie zwei Brote und das Schaubrot, da von ihnen nichts auf das Altarfeuer kommt!?

15R. Šešeth erwiderte: Von diesen selbst kommt nichts auf das Altarfeuer.

16Es wurde gelehrt: Wer von diesenauf die Altarrampe bringt, ist, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie R. Elea͑zar sagt, frei.

17R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn es wird gelehrt:Altar, ich weiß dies nur vom Altar, woher dies von der Altarrampe? Es heißt:und auf den Altar sollen sie nicht kommen. –

18Was ist der Grund R. Elea͑zars, welcher sagt, er sei frei? – Die Schrift sagt: Sauerteig und Honig, als Erstlingsopfer mögt ihr sie darbringen;

19nur hinsichtlich diesergleicht die Altarrampe dem Altar, nicht aber hinsichtlich anderer Dinge. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.