Menachot — Blatt 59a

1MANCHE BENÖTIGEN DES ÖLS UND DES WEIHRAUCHS, MANCHE DES ÖLS UND NICHT DES WEIHRAUCHS, MANCHE DES WEIHRAUCHS UND NICHT DES ÖLS, UND MANCHE WEDER DES WEIHRAUCHS NOCH DES ÖLS.

2FOLGENDE BENÖTIGEN DES ÖLS UND DES WEIHRAUGHS: DAS SPEISOPFER AUS FEINMEHL, DAS PFANNENOPFER, DAS TIEGELOPFER, KUCHENUND FLADEN,

3DAS SPEISOPFER DER PRIESTER, DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS, DAS SPEISOPFER VON NICHTJUDEN, DAS SPEISOPFER VON FRAUENUND DAS SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE.

4DAS SPEISOPFER DER GUSSOPFERBENÖTIGT DES ÖLS, NICHT ABER DES WEIHRAUCHS; DAS SCHAUBROT BENÖTIGT DES WEIHRAUCHS, NICHT ABER DES ÖLS;

5DIE ZWEI BROTE, DAS SÜND-SPEISOPFER UND DAS EIFERSUCHTS-SPEISOPFER BENÖTIGEN WEDER DES ÖLS NOCH DES WEIHRAUCHS.

6GEMARA. R. Papa sagte: Von allem, was hier aufgezählt wird, werden zehn [Kuchendargebracht]. Dies schließt die Ansicht R. Šimo͑ns aus; dieser sagt, die Hälfte Kuchenund die Hälfte Fladen, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist.

7Die Rabbanan lehrten:und sollst Öl dazu geben, nicht aber Öl zum Schaubrote.

8Man könnte nämlich einen Schluß folgern: Wenn das Speisopfer des Gußopfers, das des Weihrauchs nicht benötigt, des Öls benötigt, um wieviel mehr benötigt das Schaubrot, das des Weihrauchs benötigt, des Öls; daher heißt es dazu, dazu Öl, nicht aber Öl zum Schaubrote.

9Und Weihrauch darauf tun, darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers.

10Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Schaubrot, das des Öls nicht benötigt, des Weihrauchs benötigt, um wieviel mehr benötigt das Speisopfer des Gußopfers, das des Öls benötigt, des Weihrauchs; daher heißt es darauf, darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers.

11Ein Speisopfer, dies schließt das Speisopfer des achten [Tages]hinsichtlich des Weihrauchs ein.Ist es, dies schließt die zwei Brote aus, daß sie weder des Öls noch des Weihrauchs benötigen.

12Der Meister sagte: Dazu Öl, nicht aber Öl zum Schaubrote. Vielleicht: dazu Öl, nicht aber Öl zum Speisopfer der Priester!? –

13Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenemhinsichtlich des I͑sarons, des Gefäßes,

14[der Herrichtung] außerhalb, der Frische, des Heranbringensund des

15Altarfeuers. –

16Im Gegenteil, das Schaubrot ist ja einzuschließen, denn es gleicht jenem hinsichtlich der Gemeinde, der Pflicht, der Unreinheit,

17des Essens der Verwerflichkeitund des Šabbaths!? –

18[Jenes einzuschließen] ist einleuchtender, denn es heißt:jemand.

19Der Meister sagte: Darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers. Vielleicht: darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer der Priester!? –

20Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenem hinsichtlich des I͑sarons, des Umrührens, des Logs,

21des Heranbringens und der Selbständigkeit. –

22Im Gegenteil, das Speisopfer des Gußopfers ist ja einzuschließen, denn es gleicht jenem hinsichtlich der Gemeinde,

23der Pflicht, der Unreinheit und des Šabbaths!? –

24[Jenes einzuschließen] ist einleuchtender, denn es heißt jemand.

25«Ein Speisopfer, dies schließt das Speisopfer des achten [Tages] hinsichtlich des Weihrauchs ein.» Vielleicht ist es ausschließend!? – Was soll dies; erklärlich ist es, wenn du einschließend sagst,

26wenn du aber ausschließend sagst, ist diesja nicht nötig, da man hinsichtlich eines Gesetzes pro praesentinicht von einem Gesetz für die Dauer folgern kann.

27«Ist es, dies schließt die zwei Brote aus, daß sie weder des Öls noch des Weihrauchs benötigen.» Vielleicht schließt es das Speisopfer der Priester aus!? – Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenem hinsichtlich des I͑sarons,

28des Gefäßes, des Ungesäuerten, der Selbständigkeit, des Heranbringens und des Altarfeuers. –

29Im Gegenteil,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.