Menachot — Blatt 63a
1SAGTE JEMAND, ER VERPFLICHTE SICH [ZU EINEM OPFER] IN EINER PFANNE, SO DARF ER NICHT EINES IN EINEM TIEGEL BRINGEN; IN EINEM TIEGEL, SO DARF ER NICHT EINES IN EINER PFANNE BRINGEN. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN PFANNE UND TIEGEL? EIN TIEGEL HAT EINEN DECKEL, EINE PFANNE HAT KEINEN DECKEL – SO R. JOSE DER GALILÄER. R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE: EIN TIEGEL IST TIEF UND DAS [BACK]WERK WEICH, EINE PFANNE IST FLACH UND DAS [BACK]WERK FEST.
2GEMARA. Was ist der Grund R. Joses, wollte man sagen, [das Tiegelopfer heiße] marḥešeth, weil es wegen des Sinnens des Herzensdargebracht wird, wie es heißt:mein Herz sinnt [raḥaš] gute Worte, und [das Pfannenopfer heiße] mahbath, weil es wegen des Lärmens des Mundesdargebracht wird, wie die Leute zu sagen pflegen: er lärmt [manbaḥ],
3so kann ja auch entgegengesetzt [ausgelegt werden]: maḥbath, weil es wegen des Verborgenen des Herzens dargebracht wird, wie es heißt:warum bist du heimlich [naḥbetha] geflohen, und marḥešeth, weil es wegen der Bewegungen [der Lippen] dargebracht wird, wie die Leute zu sagen pflegen: seine Lippen bewegen sich [reḥaš]. – Vielmehr, dies war ihm überliefert.
4R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE &C. Der Tiegel ist tief, denn es heißt: jedes, das im Tiegel zubereitet wird; die Pfanne ist flach, denn es heißt: oder auf der Pfanne.
5Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagte: Sagte jemand, er verpflichte sich zu einer Pfanne, so bleibe es liegen, bis Elijahu kommt.
6Dieser ist es zweifelhaft, ob [das Opfer] so nach dem Gefäße oder nach der Zubereitung benanntwird.
7Die Schule Hillels sagte: Im Tempel gab es ein Gefäß, das Tiegel hieß und einem tiefen Schmortiegel glich; der darin befindliche Teig glichden krethischen Äpfeln und den griechischen Eicheln.
8Ferner heißt es: jedes, das im Tiegel zubereitet wird oder auf der Pfanne, demnach werden sie nach den Gefäßen und nicht nach der Zubereitung benannt.
9WER SICH ZU [EINEM OPFER] IM OFEN [GEBACKEN] VERPFLICHTET HAT, DARF NICHT AUF DEM HERDE, AUF ZIEGELN ODER IN ARABISCHEN KESSELN GEBACKENES BRINGEN. R. JEHUDA SAGT, WENN ER WILL, BRINGE ER AUF DEM HERDE GEBACKENES.
10WER SICH ZU EINEM GEBÄCK-SPEISOPFER VERPFLICHTET HAT, DARF NICHT DIE HÄLFTE KUCHEN UND DIE HÄLFTE FLADEN BRINGEN. R. ŠIMO͑N ERLAUBT DIES, WEIL SIE EINOPFER SIND.
11GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Im Ofen Gebackenes, nicht aber auf dem Herde Gebackenes noch auf Ziegeln Gebackenes noch in arabischen Kesseln Gebackenes.
12R. Jehuda sagte: [Es heißt] zweimal Ofen, daß nämlich auch auf dem Herde Gebackenes tauglich sei. R. Šimo͑n sagte: [Es heißt] zweimal Ofen, einmal, daß sie im Ofen gebacken sein müssen, und einmal, daß sie durch den Ofen geheiligt werden. –
13Ist R. Šimo͑n denn dieser Ansicht, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n sagte: Es ist eine bekannte Regel, daß die zwei Brote und die Schaubrote sowohl im Tempelhofe als auch in Beth Phagetauglich sind!?
14Raba erwiderte: Lies: daß sie auf den Namen des Ofens geheiligt werden.
15WER SICH ZU EINEM GEBÄCK-SPEISOPFER VERPFLICHTET, DARF NICHT DIE HÄLFTE &C. Die Rabbanan lehrten:Wenn du darbringst, wenn du etwas freiwillig darbringen willst.
16Ein Speisopfer. R. Jehuda sagte: Woher, daß, wenn jemand sagt, er verpflichte sich zu einem Gebäck-Speisopfer, er nicht die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen bringen darf? Es heißt ein Speisopfer, ich habe es dir nur von einem Speisopfer gesagt, nicht aber von zwei oder drei Speisopfern.
17R. Šimo͑n sprach zu ihm:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.