Menachot — Blatt 89a

1aus irgendwelchem Golde zu fertigen, so lehrt er uns.

2DAS HALBE LOG ÖL ZUM DANKOPFER.

3Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Wozu heißt es zweimalmit Öl? Würde es nur einmal mit Öl geheißen haben, so würde man gesagt haben, esgleiche allen anderen Speisopfern hinsichtlich des Logs, da es aber zweimal mit Öl heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat es somit auf ein halbes Log vermindert. –

4Wieso eine Einschließung hinter einer Einschließung, dies ist ja nur eine Einschließung!? –

5Vielmehr, würde es überhaupt nicht mit Öl geheißen haben, so würde man gesagt haben, es gleiche allen anderen Speisopfern hinsichtlich des Logs, da es aber zweimal mit Öl heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat es somit auf ein halbes Log vermindert.

6Man könnte glauben, dieses halbe Log sei auf alle drei Arten, Kuchen, Fladen und Gemengtes, gleichmäßig zu verteilen, so ist, wenn es überflüssigerweise beim Gemengten mit Öl heißt, das Öl beim Gemengten vermehrt worden. Wie mache er es? Er hole ein halbes Log Öl und teile es, eine Hälfte für die Kuchen und die Fladen und eine Hälfte für das Gemengte.

7R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach zu ihm: A͑qiba, selbst wenn du [die Worte] mit Öl den ganzen Tag wiederholst, höre ich nicht auf dich: vielmehr sind das halbe Log Öl des Dankopfers, das Viertel[log] Öl des Nazirs und die elf Tage zwischen den MenstruationenMoše am Sinaj überlieferte Lehren.

8MIT DEM LOG MASS MAN.

9Die Rabbanan lehrten: Beim armen Aussätzigen heißt esI͑saron, eingerührt und Log, dies lehrt, daß für jedes I͑saron [Mehl] ein Log [Öl] erforderlich ist – so die Weisen.

10R. Neḥemja und R. Elie͑zer sagen, selbst zu einem Speisopfer von sechzig I͑saron gehöre nur ein Log, denn es heißt:zum Speisopfer, und ein Log Öl. –

11Wofür verwenden R. Neḥemja und R. Elie͑zer b. Ja͑qob [die Worte] I͑saron, eingerührt und Log!? – Dafür selbst; der Allbarmherzige sagt damit, daß er ein I͑saron zu bringen habe. –

12Und jene!? – Dafür selbst ist kein Schriftvers nötig; der Allbarmherzige hat beim [reichen] Aussätzigen bekundet, daß er zu drei Opfern drei I͑saron zu bringen habe, somit hat jener zu einem Opfer ein I͑saron zu bringen. –

13Und die anderen!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, er benötige, da der Allbarmherzige ihn geschonthat, ein Armenopfer zu bringen, überhaupt keines Speisopfers, so lehrt er uns. – Und jene!? – Daß es gänzlich fehle, finden wir nirgends. –

14Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] zum Speisopfer, und ein Log Öl? – Dies deutet darauf, daß, wenn jemand ein Speisopfer spendet, es nicht weniger als ein Quantum, wofür ein Log [Öl] erforderlich ist, nämlich ein I͑saron, sein dürfe. – Und die anderen!? – Hieraus ist beides zu entnehmen.

15SECHS ZU EINEM FARREN, VIER ZU EINEM WIDDER, DREI ZU EINEM LAMME. Woher dies? – Es heißt:und ihre Gußopfer: ein halbes Hin für einen Farren,

16und das Hin hat zwölf Log, denn es heißt:ein Hin Olivenöl, und ferner heißt es:ein mir heiliges Salböl soll dies [ze] sein für eure Generationen; die Buchstabenzahl [des Wortes] ze beträgt zwölf.

17DREIEINHALB FÜR DEN LEUCHTER, EIN HALBES LOG FÜR JEDE LAMPE. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Vom Abend bis zum Morgen, man gieße soviel [Öl] hinein, daß sie vom Abend bis zum Morgen brenne. Eine andere Erklärung: Vom Abend bis zum Morgen, du hast außer diesem keinen anderen Dienst, der vom Abend bis zum Morgen zulässig wäre. Die Weisen stellten fest, daß ein halbes Log vom Abend bis zum Morgen reiche.

18Manche sagen, sie prüften von obennach unten, und manche sagen, sie prüften von untennach oben.

19Manche sagen, sie prüften von unten nach oben, weil die Tora das Geld Jisraéls schonte, und manche sagen, von oben nach unten, denn wo Reichtum ist, darf keine Ärmlichkeit walten.

20MAN DARF GUSSOPFERZU FARREN MIT GUSSOPFERN ZU WIDDERN, GUSS OPFER ZU LÄMMERNMIT GUSSOPFERN ZU LÄMMERN, DAS EINES EINZELNEN MIT DEM DER GEMEINDE

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.