Menachot — Blatt 90b
1wenn zum Preise von drei, und es auf vier gesunken ist, so liefere er zum Preise von vier, denn das Heiligtumhat die Oberhand.
2Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥija b. Joseph und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan.
3Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥija b. Joseph: Was mache man mit dem Überlaufenden der Maße? Ist ein anderes Opfer vorhanden, so werde es mit diesem dargebracht, bleibt es über Nacht, so ist es durch das Übernachten untauglich, und wenn nicht, so ist es für die Zehrung des Altars zu verwenden. Hiervon werden Brandopfer dargebracht, das Fleisch für Gott und die Häute für die Priester.
4Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Wenn jemand übernommen hat, Mehl zum Preise von vier zu liefern, und es auf drei gestiegen ist, so liefere er zum Preise von vier, wenn zum Preise von drei, und es auf vier gesunken ist, so liefere er zum Preise von vier, denn das Heiligtum hat die Oberhand. Das ist es, was wir gelernt haben, der Überschuß der Gußopfer ist für die Zehrung des Altars zu verwenden.
5ALLE GEMEINDE- UND PRIVATE OPFER BENÖTIGEN DES GUSSOPFERS, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE, DAS ZEHNTE, DAS PESAḤOPFER, DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER; WOHL ABER BENÖTIGEN DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN DES GUSSOPFERS.
6GEMARA. Die Rabbanan lehrten:
7Und ihr dem Herrn ein Feueropfer herrichtet; man könnte glauben, alles, was auf das Altarfeuer kommt, benötige des Gußopfers, auch Speisopfer, so heißt es Brandopfer. Woher dies vom Heilsopfer? Es heißt Schlachtung. Woher dies vom Dankopfer? Es heißt oder Schlachtung.
8Man könnte glauben, auch das Erstgeborene, das Zehnte, das Pesaḥopfer, das Sündopfer und das Schuldopfer seien einbegriffen, so heißt es:als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe; was als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, benötigt des Gußopfers, und was nicht als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, benötigt nicht des Gußopfers.
9Man könnte glauben, wenn hieraus die Ausschließung von diesen entnommen wird, seien auch die pflichtigen [Opfer] auszuschließen, die am Feste wegen des Festes dargebracht werden, nämlich die Brandopfer des Erscheinensund die Heilsopfer des Festes, so heißt es: oder an euren Festen, was am Feste dargebracht wird, benötigt des Gußopfers.
10Da nun hieraus die Einbegreifung von diesen entnommen wird, so könnte man auch die Sündopfer-Ziegenböcke einbegreifen, die als Pflicht am Feste dargebrachtwerden, so heißt es:wenn du ein junges Rind herrichtest,
11und da das junge Rind, das einbegriffen war, besonders hervorgehoben wird, so ist alles andere mit diesem zu vergleichen: wie das junge Rind sich dadurch auszeichnet, daß es als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, ebenso auch alles andere, was als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt.
12Um dem Herrn einen wohlgefälligen Geruch zu bereiten, vom Rindvieh oder vom Kleinvieh. Was lehrt dies? Da es Brandopfer heißt, so könnte man glauben. auch das Geflügel-Brandopfer sei einbegriffen, so heißt es: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh – so R. Jošija.
13R. Jonathan sagt, dies sei nicht nötig; es heißt Schlachtung, und das Geflügel ist keine Schlachtung, vielmehr deuten [die Worte:] vom Rindvieh oder vom Kleinvieh, auf das folgende. Es heißt:wenn jemand von euch dem Herrn ein Opfer darbringt, vom Vieh, vom Rindvieh und vom Kleinvieh; man könnte demnach glauben, wenn jemand sagt, er nehme auf sich [die Darbringung] eines Brandopfers, müsse er es von beidem darbringen, so heißt es: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh, er bringe nach Belieben eines oder beides dar. –
14Wozu ist nach R. Jonathan hierfür ein Schriftvers nötig, er sagt ja, nur wenn die Schrift ausdrücklich ‘zusammen’ sagt!? –
15Dies ist nötig; es heißt: und vom Kleinvieh, somitkönnte man glauben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.