Menachot — Blatt 91a
1dies sei ebenso, als würde es ‘zusammen’ heißen. –
2Nach R. Jošija, welcher sagt, auch wenn es nicht ‘zusammen’ heißt, sei es ebenso, als würde es ‘zusammen’ heißen, ist ja der Schriftvers hierfürnötig!? –
3Es heißt:wenn sein Opfer ein Brandopfer vom Rindvieh ist, und ferner: wenn sein Opfer vom Kleinvieh ist. –
4Und jener!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man diesausdrücklich sagt, wenn aber nicht, bringe man beides, so lehrt er uns.
5Der Meister sagte: Woher dies vom Dankopfer? Es heißt: oder Schlachtung. Ist denn das Dankopfer keineSchlachtung!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dieses benötige, da dazu das Brotgehört, nicht des Gußopfers, so lehrt er uns. –
6Womit ist es anders als der Widder des Nazirs, der, obgleich dazu das Brot gehört, des Gußopfers benötigt!? –
7Man könnte glauben, bei diesem sind es zweiArten, bei jenem aber vier Arten, so lehrt er uns. –
8Sollte doch der Allbarmherzige nur geschrieben haben: als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe, und nicht auch Brandopfer!? –
9Hätte der Allbarmherzige Brandopfer nicht geschrieben, so würde man gefolgert haben: und ihr dem Herrn ein Feueropfer herrichtet, generell, als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe, speziell, zum angenehmen Geruche, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, die nicht wegen einer Sünde dargebracht wird, ebenso auch alles andere, was nicht wegen einer Sünde dargebracht wird;
10ich schließe somit das Sündopfer und das Schuldopfer aus, die wegen einer Sünde dargebracht werden, und schließe das Erstgeborene, das Zehnte und das Pesaḥopfer ein, die nicht wegen einer Sünde dargebracht werden. Daher heißt es Brandopfer. –
11Was ist nun, wo es Brandopfer heißt, durch die Generalisierung und Spezialisierungeinzuschließen? – Wie [zur Darbringung] des Speziellgenannten keine Pflicht besteht, ebenso alles andere, dessentwegen keine Pflicht besteht;
12dies schließt das Junge des Opfers ein, das Eingetauschte,
13das vom Überschuß dargebrachte Brandopfer, das zum Weiden zurückgesetzteSchuldopfer und alle nicht auf ihren Namen geschlachteten Opfer. –
14Wozu ist, wo du erklärt hast, das oder deute auf eine Auslegung, die Teilung nötig [im Schriftverse] als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe? – Diese ist nötig; man könnte glauben, das Gußopfer sei nur dann erforderlich, wenn man ein Gelobtes und eine freiwillige Gabe bringt, so lehrt er uns, daß, wenn man ein Gelobtes allein bringt, das Gußopfer erforderlich sei, und wenn man eine freiwillige Gabe allein bringt, das Gußopfer erforderlich sei. –
15Erklärlich ist diesnach R. Jošija, wozu aber ist dies nach R. Jonathan nötig!? – Man könnte glauben, zu einem Gelobten allein gehöre ein Gußopfer, zu einer freiwilligen Gabe allein gehöre ein Gußopfer, und zu einem Gelobten und einer freiwilligen Gabe sei das Gußopfer des einen ausreichend, so lehrt er uns. –
16Wozu heißt es: oder an euren Festen? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein Brandopfer als Gelobtes oder ein Heilsopfer als freiwillige Gabe bringt, oder auch umgekehrt,
17wenn aber ein Brandopfer und ein Heilsopfer als Gelobtes oder ein Brandopfer und ein Heilsopfer als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Gelobtes oder freiwillige Gabe zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, daher heißt es: oder an euren Festen. –
18Wozu heißt es:wenn du ein junges Rind als Brandopfer oder als Schlachtopfer herrichtest? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein Brandopfer und ein Heilsopfer als Gelobtes oder ein Brandopfer und ein Heilsopfer als freiwillige Gabe bringt,
19wenn aber zwei Brandopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, oder zwei Heilsopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Heilsopfer oder Brandopfer zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, so lehrt er uns. –
20Wozu heißt es: ein Gelobtes aussondert oder eine freiwillige Gabe? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man zwei Brandopfer bringt, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, oder zwei Heilsopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe,
21wenn aber zwei Brandopfer als Gelobtes, zwei Brandopfer als freiwillige Gabe, zwei Heilsopfer als Gelobtes oder zwei Heilsopfer als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Brandopfer beziehungsweise die Benennung Gelobtes zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, so lehrt er uns. –
22Wozu heißt es nach R. Jošija: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh? –
23Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn esnach einander folgt, wenn aber gleichzeitig, sei das Gußopfer des einen ausreichend, so lehrt er uns.
24WOHL ABER BENÖTIGEN DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN DES GUSSOPFERS. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und drei I͑saron Feinmehl zum Speisopfer, die Schrift spricht vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer.
25Du sagst, vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom allein dargebrachten Speisopfer? Wenn es [weiter] heißt:und der Priester bringe das Brandopfer und das Speisopfer hinauf, so spricht ja die Schrift vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer.
26Ich würde noch immer nicht gewußt haben, ob dieses des Gußopfers benötige oder nicht, so heißt es:und ein Viertel Hin Wein als Gußopfer sollst du zum Brandopfer oder zur Schlachtung für jedes Lamm herrichten. Brandopfer, das ist das Brandopfer des Aussätzigen; Schlachtung, das ist das Sündopfer des Aussätzigen; oder zur Schlachtung, das ist das Schuldopfer des Aussätzigen.
27Aus [dem Worte] Schlachtung ist ja beides zu entnehmen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.