Nasir — Blatt 39a
1Lehre nicht genannt. – Erselbst erhob ja mit Bezug auf [die Zahl] fünf den Einwand, und wenn [die Zahl] fünf nicht genannt wird, wieso erhob er den Einwand!? R.Papa erwiderte: Ich glaubte, er habe darüber keine Überlieferungund werde davonzurücktreten, wußte aber nicht, daß er es nach einer Überlieferung [lehrte], und er trat davon nicht zurück.
2R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT &C. R. Joseph sagte: Nach wessen Ansicht übersetzen wir: mipurçanin vea͑d i͑çurin? – Nach der des R.Jose.
3DAS UNBESTIMMTE NAZIRAT DAUERT DREISSIG TAGE. HAT ER SICH GESCHOREN ODER HABEN GEWALTTÄTER IHN GESCHOREN, SO SIND DREISSIG TAGE HINFÄLLIG. WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN, EINERLEI OB MIT EINER SCHERE ODER EINEM SCHERMESSER, ODER [DAS HAAR] ETWAS GEZWICKT HAT, SO IST ER SCHULDIG.
4GEMARA. Sie fragten: Wächst das Haar unten oder oben? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn Gewalttäter einen Nazir geschoren und [vom Haar] soviel zurückgelassen haben, daß man die Spitze zur Wurzel biegen kann.
5Wenn du sagst, es wachse unten nach, so haben sie das durch das Nazirat [geweihte]entfernt, und wenn du sagst, es wachse oben nach, so ist das, was geweiht worden ist, vorhanden. –
6Komm und sieh dies hieraus. Die lebende Niß befindet sich an der Wurzel des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse unten, so müßte sie sich ja an der Spitze des Haaresbefinden. – Tatsächlich wächst es unten, die Niß aber dringt durch das ihr innewohnende Leben stets nach unten. –
7Komm und sieh. Die tote Niß befindet sich an der Spitze des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse oben, so müßte sie sich ja an der Wurzel des Haares befinden. – Diese wird, da ihr keine Kraft innewohnt, [nach außen] gestoßen. –
8Komm und sieh dies am Haarschopfe der Nichtjuden; wenn sie ihn geflochten haben, wird er untenlose. – Dieser wird, da er straff ist, durch den Druck beim Liegen gelockert. –
9Komm und sieh dies am rotenStreifen, wobei das Haar untenlose wird. Ferner werden auch, wenn Greise den Bart färben, die Haarwurzeln weiß.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.