Nasir — Blatt 64b
1R. Hamnuna sagte : Wenn ein Nazir oder der Herrichtende des Pesaḥopfers am siebenten [Tage]über ein unbekanntes Grab gegangenwar, so ist er rein, weil das unbekannte Grab nicht intensiv genug ist, eshinfällig zu machen.
2Raba wandte ein: Falls [er hinabgestiegen ist] zur Reinigung von der Unreinheit einer Leiche, [so ist er] unrein, denn der Unreine bleibt im Zustande der Unreinheit und der Reine bleibt im Zustande der Reinheit!?
3Dieser erwiderte: Ich pflichte dir hinsichtlich eines Nazirs bei, da ihmnoch das Scheren fehlt.
4Raba sprach: Auch ich pflichte dir hinsichtlich des Herrichtenden des Pesaḥopfers bei, da ihmnichts fehlt. Abajje sprach zu ihm: Ihm fehlt ja noch der Sonnenuntergang!? Dieser erwiderte: Die Sonne geht von selbstunter.
5Auch Abajje trat davon zurück, denn es wird gelehrt:
6Wenn am Tage des Vollwerdens, so bringe sie es, wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.
7Man könnte glauben, sie bringe es nicht wegen der Geburt vor dem Vollwerden, wohl aber wegen der Geburt nach dem Vollwerden,
8so heißt es:beim Vollwerden der Tage ihrer Reinigung, wenn am Tage des Vollwerdens, so bringe sie es, wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.
9Hierzu sagte R. Kahana: Anders ist es hierbei, da noch das Opfer fehlt. [Und auf den Einwand:] auch in jenem Fallefehlt ja noch der Sonnenuntergang, erwiderte
10Abajje, die Sonne gehe von selbst unter.
11WENN JEMAND EINEN TOTEN AUF GEWÖHNLICHE WEISE LIEGENFINDET, SO SCHAFFE ER IHNSAMT DER ERDUNTERLAGE FORT;
12WENN ZWEI, SO SCHAFFE ER SIE SAMT IHRER ERDÜNTERLAGE FORT. FINDET ER DREI, SO IST [DER PLATZ], WENN SIE VON EINANDER VIER BIS ACHT ELLEN ENTFERNT SIND, EINE GRÄBERSTÄTTE
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.