Nasir — Blatt 65b

1Raba sagte: Wenn er untersucht und eine [Leiche] fortgeschafft, untersucht und eine fortgeschafft und untersucht und wiederum eine findet, so lege er weder diesezu jenen beiden noch jene beidezu dieser.

2Manche lesen: Raba sagte: Da nun einmal die Erlaubnis zum Fortschaffen vorhanden ist, schaffe er siefort. – Sollte doch [der Platz] eine Gräberstätte werden!? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheit des Jisraéllandes einzutreten.

3Wie ist es, wenn man zwanzig Ellen untersucht und nichts gefundenhat? R. Menasja b. Jirmeja erwiderte im Namen Rabhs: So ist [der Platz] eine Gräberstätte, – Weshalb? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheitdes Jisraéllandes einzutreten.

4DER ZWEIFELHAFTE AUSSATZIST BEI DER ENTSTEHUNG, BEVOR DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT IST, REIN; IST DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT, SO IST ER BEI EINEM ZWEIFEL UNREIN.

5GEMARA. Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen. – Demnach sollte er in einem Zweifel rein sein, auch wenn die Unreinheit festgestellt ist!? –

6Vielmehr, die Worte R. Jehudas im Namen Rabhs beziehen sich auf folgende Lehre: Wenn der Fleck dem weißen Haarevoranging, so ist er unrein, wenn das weiße Haar dem Fleck voranging, so ist er rein; ist es zweifelhaft, so ist er unrein; R. Jehušua͑ sagt, dunkel. –

7Was heißt dunkel? R. Jehuda erwiderte: Es ist dunkel, und er ist rein. – Vielleicht dunkel und unrein. R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen.

8NACH SIEBEN RICHTUNGENIST DER FLUSSBEHAFTETE VOR FESTSTELLUNG DER FLUSSBEHAFTUNGZU UNTERSUCHEN: [ÜBERMASSIGES] EsSEN UND TRINKEN, ÜBERLASTUNG, SPRINGEN, KRANKHEIT, ERSCHEINUNG, [WOLLÜSTIGE] GEDANKEN;

9IST DIE FLUSSBEHAFTUNG FESTGESTELLT WORDEN, SO UNTERSUCHE MAN IHN NICHT MEHR. SEIN UNFREIWILLIGERFLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS UND SEIN SAMENERGUSS SIND UNREIN, DENN DIE SACHEHAT EINEN GRUND.

10WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN SCHLAG VERSETZT HAT, DEN MAN ALS TÖTLICH SCHÄTZT, [DIE KRANKHEIT] ABER NACHLÄSST, SPÄTER JEDOCH ZUNIMMT UND JENER STIRBT, SO IST ER SCHULDIG ; R. NEḤEMJA SAGT, ER SEI FREI, DENN DIE SACHEHAT EINEN GRUND.

11GEMARA. Woher dies? R. Nathan erwiderte: Die Schrift sagt:und der den Fluß (fließen) hat, beim dritten Male gleicht er der Frau. –

12Es wird ja aber gelehrt: R. Elie͑zer sagt, beim dritten Maleuntersuche man ihn, beim vierten Male untersuche man ihn nicht mehr!? – Vielmehr, sie streiten über [die Partikel] den ; R. Elie͑zer deutet [die Partikel] den, die Rabbanan deuten [die Partikel] den nicht.

13SEIN UNFREIWILLIGER FLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS &C.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.