Nasir — Blatt 66a

1Raba sagte: Man erkläre nicht, wenn es zweifelhaft ist, ob er [Ausfluß] gemerkt hat oder nicht, sondern wenn er bestimmt gemerkt hat, es aber zweifelhaft ist, ob dies Samenerguß oder Ausfluß war; da einmal die Unreinheit festgestellt ist, ist er auch im Zweifel unrein.

2SEIN SAMENERGUSS IST UNREIN. Wodurch [verunreinigend], wollte man sagen, durch Berührung, so ist dieser ja nicht weniger als der Samenerguß eines Reinen!? – Vielmehr, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinigt auch durch das Tragen. –

3Wer ist der Autor, welcher sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinige durch das Tragen? Wollte man sagen, es sei der Autor der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten sei durch Tragen nicht verunreinigend; R. Jehošua͑ sagt, er sei durch Tragen verunreinigend, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist. Aber auch R. Jehošua͑ ist ja dieser Ansicht nur wegen der Flußtropfen, gesondert aber nicht !?

4Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, dies besagt, daß [der Fluß] nicht darauf zurückzuführensei.

5R. Papa wollte vor Raba erklären, weil er aus Schwächeerfolgt ist, da sprach Raba zu ihm: Eis wird ja gelehrt, daß ein Proselyt sofort nach seiner Bekehrung durch Ausfluß verunreinigendsei!? Jener erwiderte: Du hast keine größere Krankheit als diese.

6Hierüber streiten vielmehr Tannaím, denn es wird gelehrt: Der Samenerguß des Flußbehafteten ist von Stunde bis Stundeverunreinigend; R. Jose sagt, nur diesen Tag. –

7Worin besteht ihr Streit? – In einer Lehre Šemuéls. Šemuél wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: wenn jemand unter dir ist, der nicht rein istinfolge eines nächtlichen Ereignisses, und es heißt:gegen Abendwasche er sich im Wasser.

8Derjenige, der von Stunde bis Stunde sagt, betont [die Worte] gegen Abend, und der andere betont [die Worte] nächtlichen Ereignisses. –

9Wie erklärt derjenige, der [die Worte] gegen Abend betont, [die Worte] nächtlichen Ereignisses!? Er kann dir erwidern: der Samenerguß pflegt gewöhnlich nachts zu erfolgen.

10ŠEMUÉL WAR, WIE R. NEHORAJ SAGT, EIN NAZIR, DENN ES HEISST :ein Schermesser komme nicht über sein Haupt. BEI ŠIMŠON WIRD [DAS WORT] mora[SCHERMESSER] GEBRAUCHT, UND BEI ŠEMUÉL WIRD [DAS WORT] mora GEBRAUCHT, WIE ŠIMŠON, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR WAR, EBENSO WAR ŠEMUÉL, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR.

11R. JOSE SPRACH : UNTER mora IST JA [DIE FURCHT]VOR EINEM [MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT ZU VERSTEHEN!? R. NEHORAJ ERWIDERTE IHM: ES HEISST BEREITS:Šemuél sprach: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl dies erfährt, bringt er mich um. DEMNACH KAM ÜBER IHN DIE FURCHT VOR [EINEM MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT.

12GEMARA. Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.