Nedarim — Blatt 51b
1WER SICH EINGELEGTES [ABGELOBT], DEM IST NUR EINGELEGTES GRÜNKRAUT VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS EINGELEGTES KOSTEN AVERDE, SO IST IHM ALLES EINGELEGTE VERBOTEN. WER SICH GESOTTENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DAS GESOTTENE FLEISCH VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS GESOTTENES KOSTE, SO IST IHM ALLES GESOTTENE VERBOTEN.
2GEMARA. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn er sagt: was eingelegt ist, was gesotten ist, was gebraten ist, was gesalzen ist; wie ist dies zu verstehen? – Dies bleibt unentschieden.
3WER SICH GEBRATENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DAS GEBRATENE FLEISCH VERBOTEN – SO R. JEHUDA; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS GEBRATENES KOSTEN WERDE, SO IST IHM ALLES GEBRATENE VERBOTEN. WER SICH EINGESALZENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DER EINGESALZENE FISCH VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS EINGESALZENES KOSTEN WERDE, SO IST IHM ALLES EINGESALZENE VERBOTEN.
4[SAGT JEMAND: QONAM,] DASS ICH FISCH UND FISCHENICHT KOSTEN WERDE, SO SIND IHM [ALLE] VERBOTEN, OB GROSSE ODER KLEINE, OB GESALZENE ODER UNGESALZENE, OB ROHE ODER GEKOCHTE, JEDOCH SIND IHM DER ZERHACKTE TERITH UND DIE FISCHLAKE ERLAUBT. WER SICH DEN FISCHSALAT ABGELOBT, DEM IST DER ZERHACKTE TERITH VERBOTEN UND DIE FISCHLAKE UND DIE FISCHTUNKE ERLAUBT; WER SICH DEN ZERHACKTEN TERITH ABGELOBT, DEM SIND DIE FISCHLAKE UND DIE FISCHTUNKE VERBOTEN.
5GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: [Sagt jemand: Qonam,] daß ich keinen Fisch kosten werde, so sind ihm große verboten und kleine erlaubt; [sagt er: Qonam,] daß ich kein Gefischkosten werde, so sind ihm kleine verboten und große erlaubt; [sagt er: Qonam,] daß ich Fisch und Gefisch nicht kosten werde, so sind ihm große und kleine verboten.
6R. Papa sprach zu Abajje: Woher, daß unter ‘Fisch, (den ich koste)’ ein großer zu verstehen ist? – Es heißt:und Gott bereitete einen großen Fisch vor, Jona zu verschlingen. – Es heißt ja aber:und Jona betete zum Herrn, seinem Gott, aus dem Eingeweide des Fisches!? –
7Das ist kein Einwand; vielleicht hatte ihn der große Fisch ausgespien und ein kleiner [wiederum] verschluckt. – Es heißt ja aber:das Gefischim Flusse starb; starben etwa nur die kleinen und nicht die großen!? – Vielmehr, unter Gefisch sind sowohl große als auch kleine zu verstehen, nur richte man sich bei Gelübden nach dem Sprachgebrauche der Leute.
8WER SICH DEN FISCHSALAT ABGELOBT &C. Rabina sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn jemand sagt: çiḥinsollen mir verboten sein? – Dies bleibt unentschieden.
9WER SICH MILCH ABGELOBT, DEM IST MOLKE ERLAUBT, R. JOSE VERBIETET SIE; WER MOLKE, DEM IST MILCH ERLAUBT. ABBA ŠAÚL SAGT, WER SICH DEN KÄSE ABGELOBT, DEM SEI ER OB GESALZEN ODER UNGESALZEN VERBOTEN. WER SICH DAS FLEISCH ABGELOBT,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.