Nedarim — Blatt 57b
1[GEHT SIE] NACH DEM PESAḤFESTE, SO ÜBERTRITT SIE DAS VERBOT, SEIN WORT ZU ENTWEIHEN. [SAGT ER: QONAM] SEI, WAS DU VON MIR BIS ZUM [HÜTTEN]FESTE GENIESSEST, WENN DU VOR DEM PESAḤFESTE IN DAS HAUS DEINES VATERS GEHST, SO IST IHR, WENN SIE VOR DEM PESAḤFESTE GEGANGEN IST, DER GENUSS VON IHM BIS ZUM [HÜTTEN]FESTE VERBOTEN, UND NACH DEM PESAḤFESTE DARF SIE GEHEN.
2GEMARA. SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM SEI MIR DEINER HÄNDE ARBEIT, QONAM SEI SIE FÜR MEINEN MUND, QONAM SEI SIE MEINEM MUNDE &C. Jišma͑él aus Kephar Jama, manche sagen, aus Kephar Dima, brachte in der Hand eine Zwiebel, die er im Siebentjahreentwurzelt und im achten Jahre wiederum gepflanzt hatte, bei der der Zuwachs mehr war als der Stamm. Er fragte also: Der Zuwachs ist erlaubt und der Stamm ist verboten; verliert sich nun das Verbotene im erlaubten Zuwachs, da der Zuwachs mehr ist als der Stamm, oder nicht? Er kam vor R. Ami, und er wußte es nicht,
3hierauf kam er zu R. Jiçḥaq dem Schmied, und er entschied es ihm aus dem, was R. Ḥanina Tirtaá im Namen R. Jannajs sagte: Wenn man eine Zwiebel von Hebe gepflanzt hat und der Zuwachs mehr ist als der Stamm, so ist sieerlaubt. R. Jirmeja, manche sagen, R. Zeriqa, sprach zu ihm: Der Meister übergeht zwei und entscheidet nach einem!? –
4Wer sind die zwei? – R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, daß, wenn man einen jungen [Baum], an dem Früchte sind, auf einen alten gepfropft hat, [die Früchte] verbotenseien, auch wenn sie zweihundertfachzugenommen haben.
5Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, daß, wenn man eine Zwiebel in einem Weinbergegepflanzt und der Weinberg entwurzelt worden ist, sie verbotensei.
6Als er hierauf wiederum zu R. Ami kam, entschied er es ihm aus dem, was R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans gesagt hat: Wenn man eine Litra Zwiebeln zubereitetund gepflanzt hat, so ist der Zehnt dem ganzen entsprechend zu entrichten. Demnach verliert sich der Stammim Zuwachs. –
7Vielleicht ist es erschwerend anders!? –
8Vielmehr, [er entschied schied es] aus folgender Lehre: R. Šimo͑n sagte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.