Nedarim — Blatt 63a
1Man wandte ein: Wann ist die Zeit des Frühregens? Des frühen am dritten, des mittleren am siebenten und des späten am dreiundzwanzigsten [Marḥešvan] – so R. Meír. R. Jehuda sagt, am siebenten, am siebzehnten und am dreiundzwanzigsten.
2R. Jose sagt, am siebzehnten, am dreiundzwanzigsten und am [ersten] Kislev. Ebenso sagte R. Jose, einzelne fastenerst dann, wenn der erste des Kislev [regenlos] heranreicht.
3Hierzu fragten wir: allerdings der ersteFrühregen, wegen der [Regen]-bitte, und der dritte, wegen des Fastens, von welcher Bedeutung aber ist der zweite? Und R. Zera erwiderte, hinsichtlich des Gelobens.
4Hierzu sagten wir, die Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél, wenn sieben Tage hintereinander Regen gefallen ist, dies der erste und zweite Frühregen sei, vertrete die Ansicht R. Joses!? –
5Dies, wenn er ‘bis zur Regenzeit’ sagt.
6SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH DIESES JAHR KEINEN WEIN KOSTE, SO IST ER IHM, WENN DAS JAHR SCHALTJAHR WIRD, IN DIESEM UND IM SCHALTMONATE VERBOTEN. [SAGT ER:] BIS ANFANG ADAR, SO GILT ES BIS ZUM ANFANGE DES ERSTEN ADAR; [SAGT ER:] BIS ENDE ADAR, SO GILT ES BIS ZUM ENDE DES ERSTENADAR.
7GEMARA. Demnach ist unter Adar ohne Bezeichnung der erste zu verstehen,
8somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas vertritt. Es wird nämlich gelehrt: Den ersten Adar schreibe manersten Adar, den zweiten Adar schreibe man schlechthin Adar – so R. Meír; R. Jehuda sagt, den ersten Adar schreibe man schlechthin, den zweiten schreibe man zweiten.
9Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn das eine gilt, wenn man weiß, daß es ein Schaltjahr ist, und das andere, wenn man es nicht weiß.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.