Nedarim — Blatt 69b
1Komm und höre einen Streit zwischen R. Meír und R. Jose. Wir haben gelernt: [Sagt jemand:] dieses [Vieh] sei eingetauscht für das Brandopfer, eingetauscht für das Heilsopfer, so ist es eingetauscht für das Brandopfer – so R. Meír; R. Jose sagt, hat er diesvon vornherein beabsichtigt, so sind, da man nicht zwei Namen gleichzeitig aussprechenkann, seine Wortegültig.
2Und auch R. Meír sagt diesnur von dem Falle, wenn er nicht sagt, das eine erfolge nur dann, wenn das andere erfolgt, hierbei aber, wo er sagt, die Bestätigung erfolge nur dann, wenn die Aufhebung erfolgt, pflichtet auch R. Meír bei, daß die Aufhebung platzgreift.
3Rabba fragte: Wie ist es, wenn er in einem Satze [sagt:] es sei dir bestätigt und aufgehoben? – Komm und höre: Rabba sagte, was nacheinander nicht gilt, gelte auch gleichzeitig nicht.
4Rabba fragte: Wie ist es, [wenn er sagt:] heute sei es dir bestätigt; sagen wir dies sei ebenso, als würde er zu ihr sagen: morgen sei es dir aufgehoben, oder aber, er sagt es ja nicht?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.