Nedarim — Blatt 89b

1DIE MÄDCHEN WAR UND NICHT MANNBAR WURDE UND VERWAIST IST; DIE MANNBAR WAR, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR UND MANNBAR WURDE, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR UND NICHT MANNBAR WURDE, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR, DEREN VATER GESTORBEN IST UND NACH DEM TODE IHRES VATERS MANNBAR WURDE; DIE MANNBAR WAR, DEREN VATER LEBT; DIE MÄDCHEN WAR UND MANNBAR WURDE, DEREN VATER LEBT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN JEMAND SEINE MINDERJÄHRIGE TOCHTER VERHEIRATET UND SIE VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD UND ZU IHM ZURÜCKKEHRT, GELTE SIE NOCH ALS JUNGFRAU.

2GEMARA.. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Jehudas, die Weisen aber sagen, drei Mädchen sind es, deren Gelübde bestehen bleiben: die Mannbare, die Waise und die Waise bei Lebzeiten des Vaters.

3SAGT SIE:] QONAM, DASS ICH VON MEINEM VATER ODER DEINEM VATER NICHTS GENIESSEN WERDE, WENN ICH ETWAS FÜR DICH TUE, DASS ICH VON DIR NICHTS GENIESSEN WERDE, WENN ICH ETWAS FÜR MEINEN VATER ODER DEINEN VATER TUE, SO HEBE ER ES AUF.

4GEMARA. Es wird gelehrt: [Sagte sie: Qonam,] daß ich von meinem Vater oder deinem Vater nichts genießen werde, wenn ich etwas für dich tue, so braucht er, wie R. Nathan sagt, es nichtaufzuheben; die Weisen sagen, er müsse es aufheben.

5[Sagt sie:] ich will den Juden entzogen sein, wenn ich mir von dir beiwohnen lasse, so braucht er, wie R. Nathan sagt, es nichtaufzuheben; die Weisen sagen, er müsse es aufheben.

6Einst gelobte sich jemand jeden Genuß der Welt ab, falls er eine Frau nehmen sollte, solange er nicht Halakha gelernthat. Er lief mit Leiter und Strickumher, doch gelang es ihm nicht, dies zu lernen. Da kam R. Aḥa b. R. Hona und verleitete ihn, eine Frau zu nehmen;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.