Nidda — Blatt 17b
1daß [deren Unreinheit] auch beim Quantum eines Senfkornes erfolgt.
2DIE WEISEN SPRECHEN BEI DER FRAUBILDLICH VON KAMMER, VORRAUM UND SÖLLER. DAS BLUT AUS DER KAMMER IST UNREIN,
3DAS BLUT AUS DEM SÖLLER IST REIN, FINDET SICH SOLCHES IM VORRAUM, SO IST ES DES ZWEIFELS WEGEN UNREIN, WEIL ANZUNEHMEN IST, DASS ES AUS DER QUELLE KOMMT.
4GEMARA. Rami b. Šemuél und R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, lernten [den Traktat von der] Menstruation bei R. Hona, und Rabba b. R. Hona traf sie dasitzen und rezitieren: die Kammer innerhalb, der Vorraum außerhalb, der Söller über beiden, und zwischen dem Söller und dem Vorraum befindet sich ein Kanal.
5Findet sich [Blut] vom Kanal einwärts, so ist es des Zweifels wegen unrein, findet es sich vom Kanal auswärts, so ist es bei diesem Zweifel rein.
6Da ging er zu seinem Vater und sprach zu ihm: Der Meister lehrte uns, es sei des Zweifels wegen unrein, und wir haben ja gelernt, es sei anzunehmen, daß es aus der Quelle kommt!?
7Dieser erwiderte: Ich habe wie folgt gesagt: vom Kanal einwärts ist es entschieden unrein, vom Kanal auswärts ist es des Zweifels wegen unrein.
8Abajje sprach: Vom Kana] auswärts ist es deshalb unrein des Zweifels wegen, weil sie sich gebückt haben und [das Blut] aus der Kammer gekommen sein kann, ebenso kann sie ja, wenn vom Kanal einwärts, sich nach hinten aufgerichtet haben und [das Blut] aus dem Söller gekommen sein!?
9Vielmehr, sagte Abajje, berücksichtigt man die Befürchtung, so ist es in beiden Fällen zweifelhaft, und berücksichtigt man die Annahme, so ist es, wenn vom Kanal einwärts, entschieden unrein, und wenn vom Kanal auswärts, entschieden rein.
10R. Ḥija lehrte: Wegen des Blutes, das sich im Vorraum findet, ist man wegen des Betretens des Tempels schuldig und man verbrenne wegen dessendie Hebe. R. Qaṭṭina sagt, man sei wegen dessen nicht schuldig wegen des Betretens des Tempels und man verbrenne wegen dessen keine Hebe.
11Nach der Fassung, nach der Abajje gesagt hat, man berücksichtige die Befürchtung, ist dies eine Stütze für R. Qaṭṭina, und er streitet gegen R. Ḥija, und nach der Fassung, nach der er gesagt hat,
12man berücksichtige die Annahme, ist dies eine Stütze für R. Ḥija,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.