Nidda — Blatt 19b
1in der Schwebe befindet.
2DAS GELBLICHE IST NACH A͑QABJA B. MAHALALÉL UNREIN. Hält denn Aqabja [b. Maḥalalél] nicht von [der Auslegung]: Blutungen, Blutungen, das sind vier!? —
3Wenn du willst, sage ich, er halte nicht davon, und wenn du willst, sage ich, er halte davon, aber wie R. Ḥanina gesagt hat, das schwarze sei rot, nur habe es einen Stich bekommen, ebenso erklärt auch er, es habe einen Stich bekommen.
4UND NACH DEN WEISEN REIN. Dies sagt ja auch der erste Autor!? — Eine Meinungsverschiedenheit besteht zwischen ihnen, ob es sich in der Schwebe befindet.
5R. MEÍR SAGTE: WENN ES AUCH NICHT ALS BLUTFLECK VERUNREINIGEND IST &C.
6R. Joḥanan sagte: B. Meír bekannte sich zur Ansieht des A͑qabja b. Mahalalél und erklärte es als unrein, und er sprach zu den Rabbanan wie folgt: Zugegeben, daß ihr, wenn ein gelber Blutfleck sich auf einem Kleidungsstücke befindet, ihn nicht als unrein erklärt, wenn sie aber gelbes Blut aus ihrem Körper wahrnimmt, sollte sie doch unrein sein. —
7Wieso sagt er demnach: wenn es auch nicht als Blutfleck verunreinigend ist, so ist es immerhin als Flüssigkeit verunreinigend, er sollte doch sagen: weil sie es wahrnimmt!? —
8Vielmehr, er sprach zu ihnen wie folgt: Zugegeben, daß ihr, wenn sie von Anfang an gelbliches Blut wahrnimmt, es nicht als unrein erklärt, aber wenn sie zuerst rotes Blut wahrgenommen hat und nachher gelbliches Blut wahrnimmt, sollte es doch unrein sein, wie jede Flüssigkeit eines männlichen oder einer weiblichen Flußbehafteten. —
9Und die Rabbanan!? — Nur was dem Speichel gleicht; wie der Speichel sich zusammenzieht und herauskommt, ebenso alles andere, was sich zusammenziehtund herauskommt, ausgenommen dieses, das sich nicht zusammenzieht und herauskommt. — Demnach haben ja die Rabbanan R. Meír treffend erwidert!? —
10Vielmehr, er sprach zu ihnen wie folgt: es sollte doch als Flüssigkeit gelten, um Saaten verunreinigungsfähig zu machen. — Und die Rabbanan!? — Erforderlich ist:Blut von Erschlagenen, was hierbei nicht der Fallist. — Demnach haben ja die Rabbanan R. Meír treffend erwidert!? —
11Vielmehr, er sprach zu ihnen wie folgt: Lernt dies durch eine Wortanalogie; hierbeiheißt es:deine Sprößlinge ein Lustgarten von Granaten, und dort heißt es:der Wasser sendet auf die Fläche der Fluren. —
12Und die Rabbanan!? — Man kann selbständig [einen Schluß] durch das Schwerere auf das Leichtere folgern, nicht aber kann man selbständig [einen Schluß] durch Wortanalogie folgern.
13R. JOSE SAGT, NICHT ALS DIESES &C. Dies sagt ja auch der erste Autor!? — Folgendes lehrt er uns: der erste Autor ist R. Jose, und wer etwas sagt im Namen dessen, der es gesagt hat, bringt Erlösung über die Welt.
14WAS HEISST ROT? WIE DAS BLUT EINER VERLETZUNG. Was heißt wie das Blut einer Verletzung? R. Jehuda erklärte im Namen Šemuéls: Wie das Blut eines geschlachteten Rindes. —
15Sollte er doch sagen: wie das Blut beim Schlachten!? — Würde er gesagt haben: wie das Blut beim Schlachten, so könnte man glauben, wie das Blut des vollständigenSchlachtens, daher sagt er: wie das Blut einer Verletzung, wie beim Beginne des Anschlagens mit dem Messer.
16U͑la erklärte: Wie das Blut eines gesunden Vögelchens. Sie fragten: Ist unter gesund zu verstehen, ausgenommen ein geschlachtetes, oder schließt dies ein abgemagertes aus? — Dies bleibt unentschieden.
17Zee͑ri erklärte im Namen R. Ḥaninas: Wie das Blut einer Kopflaus. Man wandte ein: Hat sie eine Laus getötet, so führe sie es darauf zurück. Doch wohl des ganzen Körpers!? — Nein, nur des Kopfes.
18Ami aus Verdina erklärte im Namen R. Abahus: Wie das Blut des kleinen Fingers der Hand, der verletzt worden war, geheilt ist und wiederum verletzt worden ist. Und nicht etwa eines jeden Menschen, sondern eines jungen Mannes, der noch nicht verheiratet ist. — Bis wie lange? — Bis zum zwanzigsten Jahre. —
19Man wandte ein: So führe sie esauf ihren Sohn oder ihren Mannzurück. Allerdings kann dies bei ihrem Sohne vorkommen, wieso aber bei ihrem Manne!?
20R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn sie unter den Baldachin gekommen, aber noch nicht beschlafen worden ist.
21R. Naḥman erklärte: Wie das Blut beim Aderlasse. Man wandte ein: Einst ereignete sich ein solcher Fall, und R. Meír führte es
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.