Nidda — Blatt 36a

1nach Levi, welcher sagt, es seien zwei verschiedene Quellen, eine kurze [Unterbrechung] sollte ja ausreichend sein!? —

2Dies meint er auch: daß eine Unterbrechung erfolgt, die ihr für die sieben Reinheitstage angerechnet wird. —

3Komm und höre: Dire Schwangerschaftstage werden ihr zu ihren Säugetagen und ihre Säugetage werden ihr zu ihren Schwangerschaftstagen mitgerechnet.

4Zum Beispiel: hatte sie zwei [Tage] in ihren Schwangerschaftstagen und einen in ihren Säugetagen oder zwei in ihren Säugetagen und einen in ihren Schwangerschaftstagen oder anderthalb in ihren Schwangerschaftstagen und anderthalb in ihren Säugetagen unterbrochen, so werden sie ihr als drei Menstruationsfristen angerechnet.

5Allerdings ist nach Rabh, welcher sagt, es sei dieselbe Quelle, eine Unterbrechung von drei Menstruationsperioden erforderlich, wozu aber ist nach Levi, welcher sagt, es seien zwei verschiedene Quellen, eine Unterbrechung von drei Menstruationsperioden erforderlich, eine kurze [Unterbrechung] ist ja ausreichend!? —

6Dies meint er auch: es ist eine Unterbrechung erforderlich, die ihr für die drei Menstruationsperioden angerechnet wird. —

7Komm und höre: Siestimmen jedoch überein, daß sie, wenn sie nach ihrer Reinheitsblutungwahrgenommen hat, an ihrer Zeit genughabe.

8Erklärlich ist es nach Levi, welcher sagt, es seien zwei verschiedene Quellen, daß sie an ihrer Zeit genug hat, wieso aber hat sie nach Rabh, welcher sagt, es sei dieselbe Quelle, an ihrer Zeit genug, sie sollte doch [rückwirkend] einen Stundentag unrein sein!? —

9Wenn nicht soviel Zeit dazwischenwar. —

10Sie sollte doch von der [vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung unrein sein!? — Da es kein Stundentag ist, haben die Rabbanan bei ihr auch nicht [die Dauer von der vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung angeordnet. —

11Komm und höre: Wenn eine, die im Flusse geboren hat, gezählt und kein Tauchbad genommen hat, wahrnimmt, so richtet sich die Schule Šammajs nach ihrer Ansichtund die Schule Hillels nach ihrer Ansicht.

12Erklärlich ist es nach Rabh, welcher sagt, es sei dieselbe Quelle, daß es feucht und trocken verunreinigt, wieso aber verunreinigt es feucht und trocken nach Levi, welcher sagt, es seien zwei verschiedene Quellen!? —

13Levi kann dir erwidern: ich bin der Ansicht des Autors, nach dem sie übereinstimmen.

14Wenn du aber willst, sage ich: Wenn sie [ununterbrochen] Blut aussondert. — Er lehrt ja: gezählt!? —

15Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie ein Mädchen im Flusse geboren hat, und [die Blutung] in der ersten Woche aufgehört und in der zweiten Woche nicht aufgehört hat, und er ist der Ansicht, die [Unreinheits]tage wegen der Geburt, während welcher sie nicht wahrgenommen hat, gelten als Zähltageihres Flusses.

16Rabina sprach zu R. Aši: R. Šamen aus Sikhra sagte uns folgendes: Mar Zuṭra traf in unserer Ortschaft ein und trug vor, die Halakha sei erschwerendwie Rabh, und die Halakha sei erschwerend wie Levi.

17R. Aši sagte: Die Halakha ist wie Rabh, ob erleichternd oder erschwerend. Meremar trug vor: Die Halakha ist wie Rabh, ob erleichternd oder erschwerend. Die Halakha ist wie Rabh, ob erleichternd oder erschwerend.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.