Nidda — Blatt 40a
1WEGEN EINER SEITENGEBURT SIND KEINE TAGE DER UNREINHEIT UND KEINE TAGE DER REINHEIT ZU VERWEILEN UND MAN IST IHRETWEGEN NICHT ZUM OPFER VERPFLICHTET. R. ŠIMO͑N SAGT, SIE GLEICHE DEM [NORMAL] GEBORENEN.
2ALLE FRAUEN SIND UNREIN, WENN IM VORDEREN RAUME, DENN ES HEISST: Blut ist ihr Fluß in ihrem Fleische, DER FLUSSBEHAFTETE ABER UND DER ERGUSSBEHAFTETE SIND UNREIN, ERST WENN IHRE UNREINHEIT NACH AUSSEN GEKOMMEN IST.
3WENN JEMAND HEBE ISST UND EIN PRICKELN IN SEINEN GLIEDERN MERKT, SO HALTE ER DAS GLIED FEST UND SCHLUCKE DIE HEBE HERUNTER. SIE VERUNREINIGEN BEIM KLFINSTEN QUANTUM, AUCH WIE EIN SENFKORN UND NOCH WENIGER.
4GEMARA. R. Mani b. Paṭiš sagte: Was ist der Grund der Rabbanan? Die Schrift sagt:wenn ein Weib zu Samen kommt und einen Knaben gebiert, nur wenn sie aus der Stelle gebiert, wo sie zu Samen kommt. –
5Und R. Šimo͑n!? – Dies deutet darauf: selbst wenn sie nur so gebiert, wie sie zu Samen gekommen ist. –
6Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt: gebiert, dies schließt die Seitengeburt ein. –
7Und die Rabbanan!? – Dies ist nötig, um den Geschlechtslosen und den Zwitter einzuschließen. Da es Knabe und Mädchen heißt, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem zweifellosen Knaben und einem zweifellosen Mädchen, nicht aber von einem Geschlechtslosen und einem Zwitter, so lehrt er uns. –
8Und R. Šimo͑n!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre des Bar Livaj, denn Bar Livaj lehrte: Für einen Sohn, jede Art von Sohn; für eine Tochter, jede Art von Tochter. –
9Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß man [zu einem Opfer] verpflichtet ist wegen jedes einzelnen Sohnes, und zu [einem Opfer] verpflichtet ist, wegen jeder einzelnen Tochter. –
10Und R. Šimo͑n!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre, die ein Jünger vor R. Šešeth rezitierte: Dies ist das Gesetz über die Gebärende, dies lehrt, daß sie ein Opfer wegen vieler Geburten bringe. Man könnte glauben, sie bringe eines wegen der Geburt und wegen des Flusses. –
11Demnach könnte eine Wöchnerin, die Blut gegessen hat, oder eine Wöchnerin, die Talg gegessen hat, mit einem Opfer genug haben!? –
12Vielmehr, man könnte glauben, sie bringe eines wegen der Geburt vor dem Vollwerden und wegen der Geburt nach dem Vollwerden, so heißt es dies. – Und die Rabbanan!? – Obgleich es dies heißt, sind auch [die Worte] für einen Sohn und für eine Tochter nötig.
13Man könnte glauben, dies gelte nur von zwei Schwangerschaften, von denen eine eine Fehlgeburt ist, bei einer Schwangerschaftaber, wie beispielsweise bei Jehuda und Ḥizqija, den Söhnen R. Ḥijas, genüge für sie ein Opfer, so lehrt er uns.
14R. Joḥanan sagte: R. Šimo͑n pflichtet bei, daß hei Opfertieren eine solche nicht heiligist. – Aus welchem Grunde? – Er folgert dies durch [das Wort] geborenvom Erstgeborenen, wie dieses aus dem Mutterschoße, ebenso jenes aus dem Mutterschoße. –
15Sollte er doch durch [das Wort] geborenvom Menschen folgern, wie es bei diesem auch von der Seitengeburt gilt, ebenso bei jenem auch von der Seitengeburt!? –
16Es ist einleuchtend, daß es vom Erstgeborenen zu folgern ist, denn bei beiden heißt es Mutter. – Im Gegenteil, man sollte es doch vom Menschen folgern, denn bei beiden sind es keine Erstgeborenen!? –
17Vielmehr, es ist vom Erstgeborenen zu folgern, denn bei beiden heißt es Mutter, handelt es sich um Opfertiere und gilt [das Gesetz von] Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinem. –
18Im Gegenteil, es sollte doch vom Menschen gefolgert werden, denn beide sind keine Erstgeborenen, männlich, [nicht] heiligund [keine] Priestergabe!? – Jene [Übereinstimmungen] sind mehr.
19R. Ḥija, Sohn des R. Hona, sagte im Namen Rabas: Es gibt eine Lehre als Stütze für R. Joḥanan, R. Jehuda sagte:Dies ist das Gesetz über das Brandopfer, das ist das Brandopfer, das sind dreiAusschließungen;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.