Nidda — Blatt 5b

1um wieviel mehr [die Zeit] von der [vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung!? —

2Man könnte glauben, beim Stundentage haben die Rabbanan Schädigung der reinen Dinge berücksichtigt, nicht aber bei [der Zeit] von der [vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung, so lehrt er uns.

3WAS HEISST ‘AN IHRER ZEIT GENUG’ &C. Wozu lehrt er: wenn sie auf dem Bette sitzt und sich mit reinen Dingen befaßt, sollte er doch lehren: wenn sie sich mit reinen Dingen befaßt, sich zurückzieht und wahrnimmt!? —

4Er lehrt uns folgendes: nur weil sie an ihrer Zeit genughat, ist sie aber einen Stundentag [unrein], so macht sie auch das Lager unrein. Dies ist eine Stütze für Zee͑ri, denn Zee͑ri sagte: Während des Stundentagesmacht die Menstruierende Lager und Sitz [unrein], sodaß sie Menschen und Kleider unrein machen. —

5Merke, das Bett ist ja eine vernunftlose Sache, die man nicht befragen kann, und bei einer vernunftlosen Sache, die man nicht befragen kann, ist es ja in einem Zweifel rein!? Zee͑ri erklärte: Wenn ihre Gefährtinnen sie mit dem Bette tragen, sodaß es der Hand ihrer Gefährtinnengleicht. —

6Nun aber, wo R. Joḥanan gesagt hat, bei einer durch einen Menschen entstandenen zweifelhaften Unreinheit sei zu befragen, auch bei einem auf der Erde befindlichen Gefäße, wie bei einem zum Befragen vernünftigen Wesen, gilt dies auch von dem Falle, wenn ihre Gefährtinnen sie nicht im Bette tragen.

7Der Text. R. Joḥanan sagte: Bei einer durch einen Menschen entstandenen zweifelhaften Unreinheit ist zu befragen, auch bei einem auf der Erde befindlichen Gefäße, wie bei einem zum Befragen vernünftigen Wesen.

8Man wandte ein: Wenn einer in sein Gewand gehüllt ist, und Reines oder Unreinesan seiner Seite, Reines oder Unreines über seinem Kopfe ist, und es zweifelhaft ist, ob er es berührt hat oder nicht berührt hat, so ist esrein; ist es aber nicht anders möglich, als daß er es berührt hat, so ist es unrein.

9R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man fordere ihn auf, es zu wiederholen, und er wiederholees. Sie erwiderten ihm: Man wiederhole nichtbeim Reinheitsgesetze.

10Weshalb denn, es ist ja eine durch einen Menschen entstandene zweifelhafte Unreinheit!? —

11Ausgenommen dieser Fall, denn R. Hoša͑ja lehrte, bei einem Zweifel sei es auf Privatgebiet unrein und auf öffentlichem Gebiete rein.

12Der Text. Zee͑ri sagte: Während des Stundentages macht die Menstruierende Lager und Sitz [unrein], sodaß sie Menschen und Kleider unrein machen.

13Dem ist ja aber nicht so, als Abimi aus Ḥozäa kam, brachte er ja folgende Lehre mit: Während des Stundentages gleichen Lager und Sitz der Menstruierenden ihrer Berührung. Doch wohl, wie ihre Berührung Menschen nicht unrein macht, ebenso macht auch ihr Lager Menschen nicht unrein!?

14Raba erwiderte: Glaubst du: es ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn ein Tongefäß mit einem fest verschlossenenDeckel, das bei der Bezeltung eines Toten geschützt ist, während des Stundentages einer Menstruierenden nicht geschützt ist, um wieviel weniger sind Lager und Sitz, die bei Bezeltung eines Toten nicht geschützt sind, während des Stundentages einer Menstruierenden geschützt. —

15Abimi aus Hozäa sagte es ja nach einer [mitgebrachten] Lehre!? — Lies: ihr Lager und ihr Sitz gleichen der Berührung ihrer Person:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.