Nidda — Blatt 5a

1und die Barajtha gilt nach aller Ansicht. —

2Sollte er doch entgegengesetzt erklären!? —

3Da man es erleichternd und erschwerend erklären kann, so erkläre man es erschwerend. —

4Er lehrt: obgleich sie, wenn sie außerhalb der Zeit ihrer regelmäßigen Periode wahrnimmt, nur einen Stundentag unrein ist. Nur bei einer Frau, die eine regelmäßige Periode hat, unterscheiden die Rabbanan zwischen Blutfleck und Wahrnehmung,

5bei anderen Frauen aber, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, gleicht der Blutfleck der Wahrnehmung,

6also nach R. Ḥanina b. Antigonos, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen des R. Ḥanina b. Antigonos: Bei allen Frauen ist der Blutfleck rückwirkend unrein, und bei den Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, gleicht ihr Blutfleck ihrer Wahrnehmung, ausgenommen ein Kind, das das Alter der Wahrnehmung noch nicht erreicht hat, bei dem, auch wenn seine Bettücher voll Blut sind, nichts zu berücksichtigen ist. —

7Hält denn R. Ḥanina überhaupt von [der Unreinheit] des Blutfleckes, es wird ja gelehrt: Die Blutflecke aller Frauen sind unrein, und auch die Blutflecke der Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, sind unrein. R. Ḥanina b. Antigonos sagt, bei den Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, gibt es keine [Unreinheit] des Blutfleckes. Doch wohl überhaupt keine [Unreinheit] des Blutfleckes!? — Nein, keine [Unreinheit] des Blutfleckes rückwirkend, wohl aber von dannab. —

8Demnach ist der erste Autor der Ansicht, auch rückwirkend!? — Allerdings, es ist R. Meír, der bei den Blutflecken erschwerend ist. Es wird nämlich gelehrt: Die Blutflecke aller Frauen sind rückwirkend unrein, und auch die Blutflecke von Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, sind rückwirkend unrein — so R. Meír.

9R. Ḥanina b. Antigonos sagt, die Blutflecke von Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie haben an ihrer Zeit genug, gleichen ihrer Wahrnehmung; bei einem Kinde, das das Alter der Wahrnehmung erreicht hat, gibt es eine [Unreinheit] des Blutfleckes, und bei dem, das das Alter der Wahrnehmung noch nicht erreicht hat, gibt es keine [Unreinheit] des Blutfleckes. Wann erreicht es das Alter der Wahrnehmung? Wenn es in das Mädchenaltergekommen ist.

10VERWENDET SIE BEIM GESCHLECHTSVERKEHR WISCHLAPPEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Wischlappen vor dem Geschlechtsverkehr mindert nichtwie die Untersuchung. —

11Weshalb? R. Qaṭṭina erwiderte: Weil sie zur Sache sich sputet. — Was ist denn dabei, daß sie zur Sache sich sputet? — Da sie zur Sache sich sputet, dringt sie nicht in Tiefungen und Spalte. —

12Wir haben gelernt: Verwendet sie beim Geschlechtsverkehr Wischlappen, so gleicht dies der Untersuchung. Doch wohl einenvor dem Geschlechtsverkehr und einen nach dem Geschlechtsverkehr!? — Nein, beide nach dem Geschlechtsverkehr, einen für ihn und einen für sie. Wie gelehrt wird: Es ist eine Gepflogenheit der Töchter Jisraéls, beim Geschlechtsverkehr zwei Wischlappen zu verwenden, einen für ihn und einen für sie. —

13Was soll dies: allerdings ist dies [zu lehren] nötig, wenn du sagst, einen vor dem Geschlechtsverkehr und einen nach dem Geschlechtsverkehr; man könnte glauben, da sie zur Sache sich sputet, untersuche sie sich nicht genau, so lehrt er uns, daß dies der Untersuchung gleiche.

14Wenn du aber sagst, beide nach dem Geschlechtsverkehr, so ist dies ja selbstverständlich!? —

15Man könnte glauben, ein Tröpfchen Blut wie ein Senfkorn könnte sich zeigen und mit Samen bedeckt werden, so lehrt er uns. Wenn du aber willst, sage ich: die Rabbanan haben ihr zwei Untersuchungen auferlegt, eine vor dem Geschlechtsverkehr und eine nach dem Geschlechtsverkehr, und das was er lehrt, es gleiche der Untersuchung, bezieht sich auf die nach dem Geschlechtsverkehr. — Er lehrt ja: Wenn sie beim Geschlechtsverkehr verwendet!? — Lies: und sie verwende beim Geschlechtsverkehr.

16FALLS DIES WENIGER IST ALS EIN STUNDENTAG. Wenn sogar der Stundentagverringert wird,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.