Pessachim — Blatt 106a
1es ist zu entnehmen, daß man zwei Segenssprücheüber einen Becher sprechen dürfe ; und es ist zu entnehmen, daß man nach der Schule Šammajs nach der Auslegung R. Jehudasentscheide.
2R. Aši sagte: [Die Lehre,] daß man ihn durch Kosten unbrauchbar mache, und daß der Becher, über den der Segen gesprochen wird, das erforderliche Quantum haben müsse, sind identisch;
3(er meint es wie folgt:) durch das Kosten hat man ihn deshalb unbrauchbar gemacht, weil der Becher, über den der Segen gesprochen wird, das erforderliche Quantum haben muß.
4R. Ja͑qob b.Idi achtete auf einen unangebrochenen Becher; R. Idi b.Šiša achtete auf einen unangebrochenen Krug; Mar, Sohn des R. Aši, achtete sogar auf ein unangebrochenes Fäßchen.
5Die Rabbanan lehrten:Denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten; gedenke seiner beim Weine. Ich weiß dies vom Tage, woher dies vom Abend? Es heißt: denke daran, den Šabbathtag heiligzu halten. –
6«Woher dies vom Abend.» Im Gegenteil, die Heiligung erfolgt ja hauptsächlich abends, denn sobald die Heiligung des Tages beginnt, ist der Weihsegen zu sprechen!? Ferner: so heißt es: denke daran, den Šabbathtag [heilig zu halten]; der Tanna spricht vom Abend und beruft sich auf einen Schriftvers, der vom Tage spricht!? –
7Er meint es wie folgt: denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten; gedenke seiner bei seinem Eintritt beim Weine. Ich weiß dies nur vom Abend, woher dies vom Tage? Es heißt: denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten. –
8Welchen Segen spricht man am Tage? R. Jehuda erwiderte: ‘Der die Rebenfrucht erschafft’. Als R. Aši einst in Maḥoza eingekehrt war, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister den großen Segen sprechen. Darauf reichten sie ihm [einen Becher].
9Er dachte nach, welcher der große Segen sei, und sagte sich, es sei der Segen ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, da dieser allen anderen Segenssprüchen vorangeht. Da sprach er den Segen ‘Der die Rebenfrucht erschafft’ und zog ihn in die Länge. Als er darauf einen Greis sich bücken und trinken sah, las er über sich den Schriftvers :der Weise hat seine Augen im Kopfe.
10Die Söhne R. Ḥijas sagten: Wer den Unterscheidungssegen am Ausgang des Šabbaths nicht gesprochen hat, spreche ihn während der ganzen Woche. – Bis wann? R. Zera erwiderte: Bis Mittwoch.
11So saß einst R. Zera vor R. Asi, wie manche sagen, R. Asi vor R. Joḥanan, und trug vor: Hinsichtlich der Scheidebriefe gelten Sonntag, Montag und Dienstag als nach Šabbath, Mittwoch, Donnerstag und Freitag als vorŠabbath.
12R. Ja͑qob b. Idi sagte: [Man spreche] dann aber nicht [den Segen] über das Licht.
13R. Beruna sagte im Namen Rabhs:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.