Pessachim — Blatt 19a

1und dies gilt ja auch von dem Falle, wenn es Zweitgradiges berührt. Vom Viertgradigen aus [einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere, wie wir bereits gesagt haben.

2Wenn du nun sagen wolltest, er sei der Ansicht R. A͑qibas, so sollte er noch vom Viertgradigen bei der Hebe und vom Fünftgradigen beim Geheiligten lehren.

3Woher aber, daß R. A͑qiba nicht der Ansicht R. Joses ist?

4Dieser erwiderte: Der Tanna würde es nicht unterlassen haben, vom Viertgradigen bei der Hebe und vom Fünftgradigen beim Geheiligten zu lehren und auf R. A͑qiba zurückzuführen. – Und darauf sollten wir uns stützen!?

5Hierauf ging R. Aši, nach anderen, R. Kahana, hinaus, dachte nach und fand folgende Lehre: Bei Geheiligtem verbindetdas Gefäß seinen Inhalt, nicht aber bei der Hebe. Bei Geheiligtem ist das Viertgradige untauglich, bei Hebe das Drittgradige.

6Hierzu sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, diese Lehre sei auf Grund einer Bekundung R. A͑qibas gelehrt worden, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba fügte noch hinzu: wenn jemand, der am selben Tage untergetaucht ist, einen Teil des Mehls, des Räucherwerks, des Weihrauchs und der Kohlenberührt, so macht er alles untauglich.

7Es gibt also [nach ihm] nur eine viertgradige und keine fünftgradige Unreinheit, beziehungsweise eine drittgradige und keine viertgradige. –

8Er ist somit der Ansicht, die Verbindungsei rabbanitisch und streitet also gegen R. Ḥanin, welcher sagt, die Verbindung sei aus der Tora, denn es heißt:eine Schale, zehn Gold[šeqel schwer], gefüllt mit Räucherwerk, die Schrift machte alles, was in der Schale, Eines.

9Dort haben wir gelernt: Ferner [bekundete er], daß, wenn eine [unreine] Nadel im Fleische [eines Opfers] gefunden wird, das Messer und die Hände rein seien, das Fleisch aber unrein, und daß, wenn sie im Mist gefunden wird, alles rein sei. R. A͑qiba sprach: Es ist uns [zu erfahren] beschieden, daß es im Tempel keine Unreinheit der Hände gebe.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.