Pessachim — Blatt 33b

1sagte er: Die Schrift sagt :das Erste, das Zurückbleibende muß für den Jisraéliten erlaubt sein, ausgenommen dieses, von dem das Zurückbleibende nicht erlaubtist.

2R. Aḥa b.R. A͑vija saß vor R. Ḥisda und trug im Namen R. Joḥanans vor: Sind Trauben unrein geworden, so presse man sie in Quantitäten unter Eigröße, und der Wein ist als Gußopfer tauglich. Er ist demnach der Ansicht, die Flüssigkeit sei angesammelt, sodaß sie erst beim Pressenunrein werden kann, und beim Pressen haben sie das Quantum nicht. –

3Demnach können sie ja auch eigroß sein, denn wir haben gelernt, daß, wenn ein Leichenunreiner [ein Quantum] Oliven oder Trauben genau im Quantum eines Eies ausdrückt, [die Flüssigkeit] reinsei!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn es bereits geschehen ist, hier aber, von vornherein, mit Rücksicht darauf, es könnte bei einem Quantum größer als ein Ei erfolgen.

4Da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und deinen Lehrer R. Joḥanan hören: wo sollte denn die darin enthaltene Unreinheithin gekommen sein!? Er ist demnach der Ansicht, die Flüssigkeit sei aufgesogen, sodaß, sobald die Speise unrein wird, auch die Flüssigkeit unrein wird.

5Jener entgegnete: Bist du denn nicht der Ansicht, die Flüssigkeit sei angesammelt, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Leichenunreiner Oliven oder Trauben genau im Quantum eines Eies ausdrückt, [die Flüssigkeit] rein sei. Einleuchtend ist es, daß es rein ist, wenn du sagst, es sei angesammelt, weshalb aber ist es rein, wenn du sagst, es sei aufgesogen!? –

6Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um Trauben, die noch nicht verunreinigungsfähig geworden waren; sie können erst beim Pressen unrein werden, und beim Pressen haben sie das Quantum nicht. Wie wäre, wenn du nicht so sagenwolltest, folgende Lehre zu erklären: Dies ist ebenso, als wenn Hebe von Maulbeeren, Oliven und Weintrauben unrein wird, die weder zum Essen noch zum Heizen erlaubt ist. Diese kann ja sogar zum Essen erlaubt sein, denn wenn man will, kann man sie in Quantitäten unter Eigroße pressen!?

7Raba erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte zu einem Verstoße kommen. Abajje sprach zu ihm: Berücksichtigen wir denn einen Verstoß, es wird ja gelehrt, daß man Brot und Öl von Hebe, die unrein geworden sind, zum Brennen verwenden dürfe!? Jener erwiderte: Das Brot werfe man zum Holze, und das Öl (von der Hebe) gieße man in ein schmutziges Gefäß.

8Der Text. Man darf Brot und Öl von Hebe, die unrein geworden sind, zum Brennen verwenden. Abajje im Namen Ḥizqijas und Raba im Namen des R. Jiçḥaq b.Martha im Namen R. Honas sagten: Nur Brot, Weizen aber nicht, weil man zu einem Verstoße kommen könnte. R. Joḥanan aber sagte: Auch Weizen. – Weshalb denn, es ist ja zu berücksichtigen, man könnte zu einem Verstoße kommen!? – Wie R. Aši erklärt hat,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.